Rohöl
Je nach den geographischen Gegebenheiten der Quellen unterscheiden sich die Rohölsorten besonders durch ihren Schwefelgehalt und die Länge der Kohlenwasserstoffketten. Rohöl mit einem niedrigen Schwefelgehalt wird als süßes Öl (sweet Oil) bezeichnet und ist wertvoller als saures Öl mit einem höheren Schwefelgehalt. Die Bezeichnung leicht (light) gibt an, dass es sich um Öl mit relativ kurzen Kohlenwasserstoffketten handelt. Je süßer und leichter das Öl ist, desto besser und kostengünstiger lässt es sich in der Raffinerie zu Benzin, Diesel und Heizöl verarbeiten. Neben Schwefelgehalt und Schwere spielt auch der physische Lagerort des Öls eine Rolle. So muß es sich bei Brent Crude Oil nicht zwangsläufig um Öl aus der Nordsee handeln. Wichtig ist in erster Linie, dass die Ölqualität der Sorte entspricht und dass das Öl gemäß Börsenkontrakt in Europa zur Auslieferung kommt. Die Sortenbezeichnung hat also gleichermaßen Allokationsfunktion. Aufgrund der Fülle regionaler Rohölsorten hat man sich für den Börsenhandel auf Referenzsorten geeinigt. An der Nymex in New York wird WTI (West Texas Intermediate) gehandelt, an der ICE in London Brent Crude. Die für Asien relevante Referenzsorte wird als Tapis bezeichnet und an der Börse in Singapur gehandelt.