Ölpreis steigt trotz negativer Rahmenbedingungen
vom 26.08.2010 10:32:46
Aller schlechten Nachrichten zum Trotz konnte sich der Ölpreis über Nacht festigen. Nachdem am Mittwochnachmittag noch schlechte Wirtschaftsdaten und die US-Bestandsdaten des DOE für neuen Abgabedruck am Ölmarkt gesorgt hatten gab es ab 19:00 Uhr MESZ eine plötzliche Preisrallye. Ein Barrel Nordseeöl verteuerte sich innerhalb einer Handelsstunde um knapp 2 % und schloss auch auf dem erhöhten Niveau. Da es keine fundamentalen Gründe gab, die den Preisanstieg rechtfertigen wurde die Preisrallye von Beobachtern mit der Glattstellung von Short-Positionen erklärt. Marktteilnehmer hatten in den letzten Tagen auf fallende Ölprise spekuliert und nun Gewinne mitgenommen.
Zurückkommend auf die Ölbestandsdaten aus den USA wurden vom DOE (Department of Energy) folgende Zahlen gemeldet:
- Rohöl: starker Aufbau (+ 4,1 Mio Barrel)
- Destillate (Heizöl, Diesel): deulticher Aufbau (+ 1,7 Mio Barrel)
- Benzin: hoher Aufbau (+ 2,3 Mio Barrel)
Die Zahlen lagen deutlich über den Prognosen und die ohnehin gut gefüllten Lager haben weiteren Zulauf an Rohöl, Heizöl, Benzin und Diesel erhalten. Der Markt gilt damit weiter als überversorgt. Für Europa und Asien gibt es leider keine vergleichbaren Erhebungen, so dass die amerikanischen Zahlen als weltweite Referenzgröße dienen.
Für Heizölkunden in Deutschland und Österreich wird Heizöl heute erstmals in dieser Woche teurer. Dank eines stärkeren Euros sind es nur 0,5 Cent je Liter. Gestern am späten Abend waren höhere Aufschläge zu befürchten. Nun gilt es abzuwarten, wie sich die Ölpreise am Weltmarkt bis zum Monatsende entwickeln. Wir rechnen zunächst damit, dass die Preise nach einer kurzen Gegenreaktion nach oben neuerlich unter Druck geraten. Die hohen Lagerbestände und das verschlechterte wirtschaftliche Umfeld taugen auf jeden fall nicht zu einer Rechtfertigung steigender Ölpreise.
Zusätzlich zu den Weltmarktpreisen wird eine Beobachtung der Inlandspreise wichtiger. Nach dem lauen Sommergeschäft steigt nun die Heizölnachfrage. Wie jedes Jahr im Spätsommer hat die Bevorratungssaison begonnen und viele Händler fahren bereits Vollauslastung. Höhere Frachtraten sind die logische Folge. In einigen Bundesländern gibt es außerdem weniger Ölangebot durch wartungsbedingte Raffinerieabschaltungen.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 74,00 $, Gasöl ca. 630 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,50 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,272 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr
HeizOel24-Tipp: Die US-Öllager verzeichnen weiter hohe Zuflüsse. Der latente Abwärtsdruck auf die Ölpreise sollte sich dadurch weiter verstärken. www.heizoel24.de - 26.08.2010