Doch bald sinkende Ölpreise? Das Rezessions-Gespenst spukt wieder

18.01.12 • 09:36 Uhr • HeizOel24 News

Die Ölpreise sind gestern im Tagesverlauf ein Stück gesunken. Aus Heizöl-Sicht besonders erfreulich dabei ist, dass die Preise für Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) deutlich stärker zurückgekommen sind als die Rohölpreise. Besonders nach Wiederaufnahme des Börsenhandles in den USA (Montag war dort Feiertag) kamen die Produktpreise stärker unter Abgabedruck als der Rohölpreis.

Erfreulich stabil zeigte sich gestern auch der Euro, der den zweiten Tag in Folge gegenüber dem US-Dollar zulegte. Die Gemeinschaftswährung profitierte von einer problemlosen Anleiheauktion für den europäischen Rettungsschirm ESFS und guten Wirtschaftsdaten. Europa und China machen konjunkturell einen robusteren Eindruck als die USA. Die positive Kurzzeitentwicklung beim Euro setzt sich auch heute Morgen fort. Ein Dollar kostet 1,279 Euro und damit gut 1 % mehr als am Montag an dem der Euro ein neues 18-Monats-Tief markierte. Auf längere Sicht ist vom Währungsmarkt aber wohl kaum Schützenhilfe zu erwarten, wenn es darum geht die Heizölpreise zu drücken. Der übergeordnete Abwärtstrend beim Euro wird im Chartbild mehr als deutlich.

Die Hoffnungen für Heizölkunden liegen folglich auch nicht im Währungsbereich. Wenn es darum geht, sinkende Heizölpreise herzuleiten, fällt in den aktuellen Nachrichten zunächst die eindringliche Warnung der Weltbank auf, dass sich die europäische Staatschuldenkrise zu einer weltweiten Rezession ausweiten könnte. Gemäß eines heute vorgestellten Berichts sind bereits jetzt deutliche Parallelen zur Kreditkrise 2008 erkennbar, die in Kürze die weltweiten Handelsströme abwürgen könnten. Raus aus einer möglichen Rezession wird es aber diesmal deutlich langsamer gehen, da die westlichen Industrienationen ihr Pulver für Rettungsaktionen bereits verschossen hätten. Auch die US-Bestandsdaten des DOE (feiertagsbedingt erst am Donnerstagnachmittag) machen in dieser Woche wieder Hoffnung auf einen bearishen Impuls für den Ölmarkt. Hier ist der dritte deutliche Bestandsaufbau in Serie prognostiziert. Die größte Gefahr für ausufernde Ölpreise besteht nach wie vor in einem Irankrieg.

Der Faktor Wetter spricht ebenfalls für moderate Heizölpreise. Zwar ist es in den letzten Tagen etwas winterlicher und der inländische Heizölmarkt hat sich spürbar belebt, von einem echten Nachfrageüberhang sind wir aber meilenweit entfernt. Inzwischen bleiben auch nur noch acht Wochen, in denen es richtig kalt werden kann.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 112,20 $, Gasöl ca. 952 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,60 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,278 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Die US-Bestandsdaten für Rohöl, Heizöl, Diesel und Benzin werden in dieser Woche feiertagsbedingt erst am Donnerstag gemeldet. www.heizoel24.at - 18.01.2012
 

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