Ölpreis wackelt, fällt aber nicht

19.04.12 • 09:46 Uhr • HeizOel24 News

Die Gasölnotierungen (Börsenwert für Heizöl und Diesel) an der Londoner Börse können heute Morgen deutlich zulegen, bleiben aber unter Marke von 1.000 Dollar je Tonne. Der Euro tritt bei einem Gegenwert von 1,312 US-Dollar auf der Stelle. Hoffnungen auf niedrigere Heizölpreise, die gestern Abend aufkamen, als der Gasölpreise für ein paar Stunden deutlich nachgab, haben sich zumindest für heute zerstreut. Es geht leicht nach oben und die Inlandsnotierungen in Deutschland und Österreich werden rund 0,3 Cent je Liter Heizöl fester erwartet als gestern.

Was genau die Ölnotierungen über Nacht hat steigen lassen, wird wohl ein Geheimnis des Marktes bleiben. Mutmaßlicher Auslöser könnte der erfolgreiche Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete in Indien sein, die neues geopolitisches Störpotential in Asien suggeriert. Ansonsten waren die Meldungen des gestrigen Tages neutral bis bearish einzustufen. Die wachsende Sorge vor einem Finanzcrash in Spanien und nachgebende Aktienmärkte färbten auch auf den Ölpreis ab.
Die US-Bestandsdaten am gestrigen Nachmittag lieferten ein uneinheitliches Bild, drückten die Notierungen schließlich aber deutlich ins Minus. Gasöl sackte im Späten Handel auf bis zu 985 Dollar je Tonne ab. Heute Morgen werden wieder 996 Dollar notiert. Die Zahlen des DOE (Department of Energy) offenbarten erneut mehr Rohöl in den US-Großtanklagern. Destillate und Benzin zeigen dagegen wie in den Vorwochen abnehmende Tendenz.

Im Einzelnen gab es folgende Veränderungen gegenüber der Vorwoche:

  • Rohöl: hoher Aufbau (+ 3,9 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): deutlicher Abbau (-2,9 Mio Barrel)
  • Benzin: hoher Abbau (- 3,7 Mio Barrel)

Insgesamt hat sich der Ausblick für Heizölkunden mit Bevorratungsbedarf seit gestern nicht geändert. Der Ölpreis wackelt, fällt aber nicht. Der Markt fühlt sich gut versorgt und die Irankrise ist etwas in den Hintergrund getreten. Generell ist häufiger von neuen Ölfunden und Produktionsausweitungen zu lesen, als von steigender Nachfrage. Ungemach droht hingegen an der Währungsfront: Schenkt man den Pressestimmen glauben, so spitzt sich die Finanzlage in Spanien bedrohlich zu. Entwickelt sich hieraus ein Euro-Crash, ist extreme Vorsicht für Heizölkunden in Deutschland und Österreich geboten. Eine neuerliche Abwertungsrunde bei der Gemeinschaftswährung könnte die Importpreise für Öl unabhängig vom Ölpreis weiter nach oben treiben. Heizölkunden in der Schweiz können in dieser Hinsicht gelassener Spekulieren. Der Franken ist weiterhin Fels in der Brandung.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 118,40 $, Gasöl ca. 995 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,30 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,312 (nahezu unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Die Spekulationsaussichten haben sich nicht verändert. Der Ölpreis wackelt, fällt aber nicht. Vorsicht ist geboten, falls ein Bankencrash in Spanien, den Euro zum Absturz bringt. www.heizoel24.at - 19.04.2012
 

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