Heizöl ohne klare Richtung, Impulse bleiben begrenzt

06.02.26 • 12:13 Uhr • HeizOel24 News • Olivia Neven

Die Ölpreise zeigen sich zum Wochenausklang richtungslos, bleiben aber von geopolitischer Unsicherheit geprägt. Im Fokus stehen die angekündigten Gespräche zwischen den USA und dem Iran im Oman, die kurzfristig über den weiteren Verlauf der Risikoprämie entscheiden könnten. Gleichzeitig treffen wetterbedingt verzerrte US-Bestandsdaten auf ein insgesamt gut versorgtes Marktumfeld. Heizöl hält sich in der DACH-Region auf erhöhtem Niveau, klare neue Impulse bleiben jedoch aus.

Nachdem Gerüchte über eine mögliche Absage der Gespräche zwischen Washington und Teheran am Donnerstag kurzzeitig für Unruhe gesorgt hatten, stellte Irans Außenminister klar, dass die Treffen wie geplant stattfinden sollen. Inhaltlich bleibt die Lage jedoch angespannt. Während der Iran die Gespräche auf sein Atomprogramm begrenzen will, drängen die USA auf eine breitere Agenda. Entsprechend wird die geopolitische Risikoprämie derzeit zwar nicht weiter aufgebaut, aber auch noch nicht vollständig abgebaut.

Zusätzliche Impulse kamen zuletzt von den US-Ölbestandsdaten. Der jüngste Bericht des US-Energieministeriums bestätigte zwar wetterbedingte Rückgänge bei Rohöl und Produkten, relativierte jedoch die zuvor vom API gemeldeten starken Abbauten. Der Rückgang der US-Rohölvorräte fiel mit rund 3,5 Millionen Barrel deutlich moderater aus als zunächst befürchtet. Deutlichere Abbauten zeigten sich bei Destillaten, zu denen auch Heizöl zählt. Diese Entwicklung ist vor allem auf den Wintersturm der vergangenen Wochen zurückzuführen, der Produktion, Raffineriebetrieb und Logistik zeitweise eingeschränkt hatte.

Am Markt werden diese Effekte überwiegend als temporär eingeschätzt. Die US-Ölproduktion war zuletzt zwar auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gefallen, doch mit der Stabilisierung der Wetterlage rechnen viele Marktteilnehmer mit einer raschen Erholung von Förderung und Verarbeitung. Entsprechend verhalten fiel auch die Reaktion an den Ölbörsen aus.

Belastend wirken weiterhin strukturelle Angebotsfaktoren. Venezuelas Rohölexporte sollen im Januar deutlich gestiegen sein, auch aus Kuwait kamen zuletzt außergewöhnlich hohe Mengen an schwefelarmem Heizöl auf den Markt. Zudem läuft die Produktion am kasachischen Tengiz-Ölfeld weiterhin nur schleppend an. Die OPEC+ hält zwar an ihrer Förderpause für März fest, doch die Aussicht auf eine mögliche Überversorgung im weiteren Jahresverlauf begrenzt die Aufwärtsfantasie.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte zudem Saudi-Arabien. Während Saudi Aramco die Preise für März-Lieferungen nach Europa und in die USA senkte, wurden sehr leichte Rohölsorten für den asiatischen Markt leicht verteuert. Dies deutet darauf hin, dass man insbesondere in Asien weiterhin von einer robusten Nachfrage ausgeht, ohne jedoch den globalen Angebotsdruck vollständig ausblenden zu können.

Insgesamt bleibt der Ölmarkt von bekannten Risiken geprägt. Neue Impulse fehlen, während geopolitische Entwicklungen und fundamentale Angebotsfaktoren einander weitgehend ausbalancieren. Entsprechend bleibt die Preisentwicklung anfällig für kurzfristige Ausschläge, ohne bislang eine klare Richtung vorzugeben.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Heizölpreis heute bei rund 94 Cent pro Liter. Im Vergleich zum Vortag zeigt sich kaum Bewegung. Der Markt scheint sich vorerst zu stabilisieren, die Nachfrage bleibt auf einem soliden Grundniveau.

In Österreich bewegen sich die Heizölpreise weiterhin seitwärts. Der Durchschnitt liegt bei etwa 1,09 Euro pro Liter. Nach dem deutlichen Anstieg Ende Januar hat sich das Preisniveau zuletzt gefestigt, größere Ausschläge bleiben bislang aus.

Auch in der Schweiz zeigen sich die Heizölpreise nahezu unverändert. Mit rund 94 Rappen pro Liter hält sich der Markt auf erhöhtem Niveau, ohne aktuell neue Dynamik zu entwickeln.

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