Heizölsorten

Heizöl als Brennstoff hat sich aufgrund seiner hohen Wirtschaftlichkeit seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Energieträger im Raumwärmemarkt bewährt. Doch welche Heizölsorten gibt es? Und was unterscheidet sie? HeizOel24 klärt auf.

Heizöl EL Schwefelfrei

abgestimmt auf Öl-Brennwerttechnik

Heizöl EL Schwefelfrei ist die Qualitätsstufe mit dem niedrigsten Schwefelgehalt, den die ÖNORM C 1109 vorsieht: Der Hersteller garantiert höchstens 10 mg Schwefel pro kg (10 ppm, 0,001 %). Zum Vergleich: Für Heizöl extra leicht in Standardqualität erlaubt die Norm bis zu 1000 mg/kg.

Entwickelt wurde die schwefelfreie Qualität für moderne Anlagen mit Öl-Brennwerttechnik. Durch den geringen Schwefelgehalt bilden sich bei der Verbrennung weniger Ablagerungen an den Kesselwänden. Zu beachten: Heizöl EL Schwefelfrei sollte nur in Anlagen eingesetzt werden, die der Gerätehersteller dafür freigegeben hat.

Heizöl zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Energieträgern im österreichischen Raumwärmemarkt. Ein Liter liefert rund 10 kWh Energie.

Die Abkürzung EL steht für "extra leicht" und grenzt diese Sortengruppe vom schweren Heizöl ab, das üblicherweise nicht für Raumwärme, sondern in Industrie und Schifffahrt zum Einsatz kommt und zur Verbrennung vorgewärmt werden muss. Die weiter unten beschriebene Sorte Schwechat 2000 fällt in die Kategorie Heizöl Leicht und ist ebenfalls nur für Ölbrenner mit Vorwärmung geeignet.

Heizöl Super

Wenn es etwas mehr sein darf

Super Heizöl, auch als Premium Heizöl bezeichnet, basiert auf dem bewährten Heizöl EL (entspr. DIN, SN bzw. ÖNORM). Zusätzlich enthält es Zusatzstoffe (Additive), die die Produkteigenschaften ergänzen sollen. Nicht nur der Name macht einen Vergleich zum Super-Benzin an der Tankstelle naheliegend.

Je nach Partnerhändler wird Super Heizöl unter verschiedenen Markennamen vertrieben. In Österreich wird Super Heizöl allgemein auf der Grundlage von schwefelfreiem Heizöl (s.o.) produziert.

Die Eigenschaften auf einen Blick:

Saubere Düse und Verbrennung: Super Heizöl enthält Additive, die Verbrennungsrückständen an der Düse entgegenwirken sollen. Die Düse ist ein entscheidender Teil der Heizungsanlage. Durch sehr feine Düsenquerschnitte wird eine optimale Zerstäubung des Heizöls im Brennraum erreicht. Es entsteht das zündfähige Gemisch aus Ölnebel und Sauerstoff. Die Additivierung soll dem "Verkoken" der Düse durch Verbrennungsrückstände entgegenwirken, damit das Flammbild über das Wartungsintervall hinweg gleichmäßig bleibt. Durch die insgesamt gestiegene Heizölqualität ist die Sauberhaltung der Düse in den Mittelpunkt gerückt. Die früher wichtigste Aufgabe, die Verhinderung von Rußablagerungen an der Kesselwand, gilt in Fachkreisen als gewährleistet. Rußschichten sind grundsätzlich unerwünscht, weil sie den Wärmeübergang vom Brennraum ins Heizwasser behindern und den Verbrauch erhöhen.

Lagerstabilität: Die Additive sollen der Bildung von Alterungsprodukten (Sedimenten) im Öltank entgegenwirken, was insbesondere bei Lagermengen, die einen Jahresverbrauch übersteigen, von Bedeutung ist. Das beugt einer Verstopfung von Filtern und Düsen vor.

Duftkomponente: Super Heizöl verfügt i.d.R. auch über eine Duftkomponente, bei vielen Herstellern mit "fruchtiger" Note. Der normale Mineralölgeruch, der oft als störend empfunden wird, tritt in den Hintergrund.

Welche Additive enthalten sind und welche Wirkungen der Hersteller ausweist, erfahren Sie beim jeweiligen Partnerhändler.

Schwechat 2000

Heizöl Schwechat 2000

Schwechat 2000 ist ein eigens für den österreichischen Markt hergestelltes und nur in Österreich vertriebenes Heizöl. Der Name leitet sich aus dem Raffineriestandort Schwechat (nahe Wien) und dem Schwefelgehalt von bis zu 2000 mg/kg ab. Das zu Schwechat 2000 verarbeitete Rohöl entstammt zumeist dem Ölfeld Matzen in Niederösterreich. Bei der Produktentwicklung spielten u.a. Autarkiebestrebungen eine Rolle.

Schwechat 2000 ist in der ÖNORM C 1108 spezifiziert und gehört zur Gruppe der leichten Heizöle. Weil die Dichte deutlich höher ausfällt als bei Heizöl EL Schwefelfrei (ca. 0,9 gegenüber ca. 0,8 kg/Liter), steckt im einzelnen Liter auch mehr Energie: knapp 11 kWh gegenüber etwa 10 kWh beim Heizöl EL. Als sog. Rückstandsheizöl neigt Schwechat 2000 allerdings zu Aschebildung. Der Flammpunkt liegt mit gut 100 °C ebenfalls deutlich über der typischen Hausbrand-Ware. Schwechat 2000 muss i.d.R. vorgewärmt werden und das Verbrennungsverhalten gestaltet sich entsprechend etwas aufwändiger. Der früher übliche, aber für heutige Verhältnisse hohe Schwefelgehalt von bis zu 2000 mg/kg (2000 ppm, 0,2 %) ist ebenfalls zu erwähnen. Ein Betrieb mit Brennwerttechnik scheidet dadurch aus.

Zum Einsatz kommt Schwechat 2000 heute nur noch in Industrie- und Großanlagen, kleinere Feuerungen sind seit Anfang 2018 gesetzlich ausgeschlossen: Die Kesselnennwärmeleistung muss mindestens 400 kW betragen.

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Gut zu wissen!

Alle Heizölsorten sind problemlos miteinander mischbar! Verbraucher sollten jedoch beachten, dass sich die spezifischen Heizöleigenschaften verändern, wenn unterschiedliche Sorten miteinander vermischt werden. Das betrifft zum Beispiel den Schwefelgehalt, die Additivierung im Heizöl Super oder auch den Anteil an regenerativen Ressourcen im Bio-Heizöl.
Welche Heizölsorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz miteinander vergleichbar sind, zeigt die Ländermatrix.