Heizölpreise springen auf Mehrwochen-Hoch

19.02.26 • 08:58 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Lage rund um den Iran hat den Ölmarkt am Mittwoch aus dem Gleichgewicht gebracht. Zwischen Gesprächstisch und Drohgebärde schossen die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Anfang Februar. Auch Gasöl zog nordwärts und nahm Heizöl gleich mit ins Gepäck. Am Morgen müssen Verbraucher mit einer Teuerung von bis zu zwei Cent bzw. Rappen je Liter rechnen.

Der Mittwoch startete noch vergleichsweise ruhig. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran galten als konstruktiv, die kurzzeitige Sperrung der Straße von Hormus war überstanden. Doch dann ließ US-Vizepräsident JD Vance keinen Zweifel daran, dass ein Militärschlag gegen den Iran nach wie vor eine reale Option ist. Das Nachrichtenportal Axios legte nach und berichtete, die USA bereiteten sich auf eine möglicherweise mehrwöchige Militäroperation vor, an der sich auch Israel beteiligen könnte. Zudem endeten die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland in Genf ohne greifbares Ergebnis.

Der Markt ließ das nicht unbeantwortet. ICE Gasöl, der an der Londoner Börse gehandelte Rohstoff, der als direkte Grundlage für den Heizölpreis gilt, sprang um über 26 US-Dollar nach oben und schloss bei 699,00 US-Dollar. Die beiden wichtigen Rohölsorten, das europäische Brent und das amerikanische WTI, zogen ebenfalls kräftig an. Brent kletterte zurück über die Marke von 70 US-Dollar, beides auf dem höchsten Niveau seit Anfang Februar.

Zusätzlichen Rückenwind gaben am Abend die Lagerdaten des American Petroleum Institute (API), des Interessenverbands der amerikanischen Öl- und Gasindustrie, die wegen des Feiertags am Montag einen Tag später als üblich erschienen. Die amerikanischen Rohölvorräte sanken um 0,6 Millionen Barrel, obwohl Analysten einen Anstieg von 1,1 Millionen Barrel erwartet hatten. Auch im Zentrallager Cushing in Oklahoma, dem wichtigsten Rohölumschlagplatz der USA, gingen die Bestände spürbar zurück.

Am Donnerstagmorgen halten sich Brent mit 70,55 US-Dollar je Barrel, WTI mit 65,42 US-Dollar und ICE Gasöl mit 710,75 US-Dollar stabil auf hohem Niveau. Heute Abend um 18 Uhr erscheinen die offiziellen Lagerdaten des US-Energieministeriums (DOE), Bestätigen sie den Trend der API-Daten, könnte der Markt noch einmal zulegen.

Die gestrige Rally an den Terminmärkten macht sich heute Morgen im gesamten DACH-Raum bemerkbar. In Deutschland springt der bundesweite Heizölpreis auf 95,7 Cent pro Liter, rund 2,3 Cent mehr als noch gestern. Der Chart zeigt, dass die Preise im Februar bereits schrittweise angezogen hatten und mit der heutigen Teuerung auf den höchsten Stand seit Ende November katapultiert werden.

In Österreich ist der Anstieg etwas moderater. Mit knapp 1,08 Euro pro Liter liegen die Preise in etwa wie am Vortag und ziehen am Morgen noch recht unbeeindruckt weiter seitwärts. Im Tagesverlauf könnte sich aber auch dort die festere Tendenz immer mehr durchsetzen. In der Schweiz kostet Heizöl aktuell gut 94 Rappen pro Liter, etwa 0,9 Rappen höher als gestern. Die Preisspitze Ende Januar ist mit der Aufwärtsbewegung nicht geknackt, dennoch markieren die Heizölpreise dort ihr Zwei-Wochen-Hoch.

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