Kleine Rücksetzer bei Öl- und Heizölpreisen

31.03.26 • 12:10 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben gestern keine klare Richtung gefunden und zwischen Anstieg und Rückgang geschwankt. Neue Aussagen aus Washington zur möglichen Dauer des Iran-Kriegs sorgen für Unsicherheit. Für Verbraucher gibt das heute leichten Spielraum bei den Heizölpreisen.

Brent und WTI bewegten sich zum Wochenstart in beide Richtungen. Zwischenzeitliche Gewinne wurden im Tagesverlauf wieder abgegeben, erst am Abend stabilisierten sich die Notierungen.

Auslöser waren neue Aussagen von US-Präsident Donald Trump. In Washington wird darüber gesprochen, den Iran-Krieg schneller zu beenden als ursprünglich geplant. Der Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen gerät ins Wanken. Gleichzeitig steht im Raum, dass ein Ende der Kämpfe auch ohne vollständige Kontrolle der Straße von Hormus möglich wäre.

Während diese Überlegungen kurzfristig Druck auf die Preise ausübten, blieb die Lage vor Ort angespannt. Am Montag wurde ein voll beladener Öltanker vor Dubai durch einen Drohnenangriff beschädigt. Der Brand konnte gelöscht werden, der Vorfall zeigt jedoch, wie direkt die Risiken für den Öltransport inzwischen sind.

Auch die Angriffe auf russische Energieinfrastruktur wirken weiter nach. Infolge von Drohnenangriffen im Ukraine-Krieg sind wichtige Exportanlagen an der Ostsee eingeschränkt. Besonders betroffen sind die Terminals in Ust-Luga und Primorsk. Ein Teil der Verladekapazitäten fällt dadurch weiterhin aus.

Parallel dazu intensiviert die Ukraine ihre Zusammenarbeit mit Staaten im Nahen Osten. Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von neuen Vereinbarungen mit Golfstaaten, unter anderem zur Abwehr von Drohnenangriffen. Damit rücken beide Konfliktregionen näher zusammen.

Am Produktmarkt zeigt sich die Entwicklung abgeschwächt. ICE Gasöl, die maßgebliche Referenz für Heizöl in Europa, gibt im frühen Handel etwas nach, nachdem zuvor neue Höchststände erreicht wurden. Der Markt bleibt damit hin- und hergerissen. Politische Signale sprechen für Entlastung, konkrete Angriffe halten das Risiko hoch.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt aktuell bei rund 1,44 Euro je Liter und gibt damit leicht nach. Nach den kräftigen Anstiegen der vergangenen Tage zeigt sich erstmals wieder eine Gegenbewegung. Diese fällt moderat aus, signalisiert aber, wie schnell sich der Markt aktuell dreht.

In Österreich reagieren die Heizölpreise noch verhalten auf die Entwicklung an den Börsen. Im bundesweiten Mittel kostet Heizöl aktuell 1,86 Euro pro Liter und zieht preislich deutlich an Deutschland und der Schweiz vorbei. Dort geben die Heizölpreise heute ebenfalls nach und gesellen sich gleichauf mit den deutschen Preisen. Im Durchschnitt zahlen Verbraucher knapp 1,45 Franken pro Liter. Mit den Abwärtsbewegungen wird auch die Nachfrage wieder angesprochen. Mit zögerlicher, aber dennoch sichtbarer Antwort. Wer Spielraum hat, kann genau diese Rücksetzer nutzen. Preisalarme setzen und die Entwicklung beobachten hilft aktuell mehr als ein schneller Komplettkauf.

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