Ölmarkt hängt in der Warteschleife

16.06.26 • 10:33 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran steht, unterschrieben wird aber erst am Freitag. Solange befinden sich die Ölpreise im Wartemodus und ziehen vorerst seitwärts. Erste Schiffe haben zwar die Straße von Hormus schon passieren dürfen, die vollständige Öffnung der Meerenge findet aber erst nach der Signierung statt. Nach dem euphorischen Wochenauftakt und einer angeregten Nachfrage hinken die Heizölpreise am Dienstag leicht und starten mit leichten Abschlägen von durchschnittlich 0,4 Cent bzw. Rappen je Liter.

Die Nordseesorte Brent gibt am Dienstagmorgen leicht nach und notiert bei 82,77 US-Dollar je Barrel. Ein Barrel der amerikanischen Ölsorte WTI knackt die 80 US-Dollar-Marke und kostet am Morgen 79,72 US-Dollar. Der große Preisrutsch vom Wochenstart ist verdaut und die Ölpreise warten nun auf weitere Richtungsimpulse.

Und die werden spätesten am Freitag erwartet, wenn tatsächlich ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet wird. Solange hangeln sich die Ölpreise mit gespitzten Ohren von Tag zu Tag, stets auf der Hut vor neuer Uneinigkeit oder Drohungen, die die Lage wieder kippen könnten. Aktuell überwiegen die positiven Signale. Erste Schiffe passierten in den frühen Morgenstunden die teilweise geöffnete Meerenge, drei Öltanker und zwei Frachter laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Die vollständige Freigabe der Straße von Hormus bleibt aber an die Unterzeichnung geknüpft, die am Freitag in Genf stattfinden soll. Laut Tasnim hatte Trump zunächst auf Social Media behauptet, Meerenge und Blockade seien bereits gleichzeitig geöffnet worden. Nach iranischem Einspruch über den pakistanischen Vermittler korrigierte er seinen Post und stellte klar, die Straße von Hormus werde erst nach der Unterzeichnung am Freitag vollständig freigegeben.

Aus dem Vertragstext, den bisher keine Seite vollständig veröffentlicht hat, werden unterdessen Details bekannt. Laut einem iranischen Insider verpflichten sich die USA, ihre Kampftruppen 30 Tage nach einem endgültigen Abkommen aus den Gebieten rund um den Iran abzuziehen. Während der 60-tägigen Verhandlungsphase darf keine der beiden Seiten die Truppenpräsenz in der Region aufstocken. Teheran verpflichtet sich, in dieser Zeit keine nuklearen Schritte zu unternehmen. US-Vizepräsident JD Vance bestätigte dem Sender NBC News, dass der Iran Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde, kurz IAEA, wieder einreisen lassen werde.

Die Bedenken, dass es eine lange Zeit in Anspruch nehmen dürfte, ehe die ursprünglichen Mengen am Markt ankommen, werden wieder lauter. Morgan Stanley erwartet bis September rund 50 Prozent der früheren Kapazität, bis Dezember etwa 80 Prozent. Reedereien warten auf Planungssicherheit, bevor sie ihre Schiffe wieder in den Persischen Golf schicken. Und die Minenräumung, Versicherungsfragen und Infrastrukturschäden kommen noch hinzu.

Offen ist auch die Frage der Transitgebühren. Teheran will nach einer 60-tägigen Schonfrist Gebühren für die Durchfahrt durch die Meerenge erheben. Beim G7-Gipfel in Frankreich lehnte Trump das Berichten zufolge öffentlich ab und erklärte, die Durchfahrt werde gebührenfrei bleiben. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien erklärten unterdessen gemeinsam, eine defensive Minenräumungsmission in der Meerenge unterstützen zu wollen, knüpften das aber an klare Voraussetzungen.

In Teheran selbst ist das Abkommen innenpolitisch heiß umkämpft. Hardliner-Medien sprechen von Kapitulation, reformorientierte Blätter feiern es als Erfolg der Kombination aus militärischer Stärke und Diplomatie. Die Spaltung zieht sich durch die gesamte politische Riege und dürfte die Umsetzung begleiten.

Im Inland bleibt die weiche Tendenz erhalten, auch wenn die Bewegungen am Vormittag eher schwunglos sind. Mit 1,12 Euro je Liter bleibt der Heizölpreis in Deutschland auf dem Vortagesniveau. Dass die Nachfrage mit dem Preisrutsch gerade anzieht, ist nachvollziehbar. Rund sieben Cent hat der Preis für Heizöl gegenüber Freitag abgegeben und auf den niedrigsten Stand seit 3,5 Monaten gesunken. Der Februar-Durchschnitt, das normale Niveau vor dem Krieg, lag bei ca. 95 Cent je Liter. Knapp 18 Prozent sind es noch, die abgearbeitet werden müssen. Der Optimist schaut auf das, was möglich ist. Denn Heizöl hatte sich im Monatsmittel von Februar bis April um über 45 Prozent verteuert, was bereits mehrheitlich wieder abgegeben wurde. Wer seinen Tank noch vor dem Sommerurlaub auffüllen will und auf die Unterzeichnung am Freitag wartet, um auf weiteres Abwärtspotenzial zu spekulieren, spielt ein überschaubares Spiel. Die Preise könnten nach Freitag weiter fallen. Aber auch kurz anziehen, falls die Umsetzung des Abkommens erneut stockt.

HeizOel24-Tipp: Wer noch mit seiner Bestellung warten möchte, könnte in der Zeit einen prüfenden Blick in den Tank werfen. Ablagerungen am Tankboden belasten die Heizungsanlage und können den Verbrauch schleichend erhöhen. Eine Tankreinigung vor der nächsten Befüllung sorgt für einen sauberen Start in die Heizsaison. Jetzt kostenloses Angebot holen. HeizOel24

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
185,27 €
Veränderung
-0,30 %
zum Vortag
185,27 €
/100l
Prognose
+0,01 %
zu morgen
Ø AT €/100l bei 3.000l | 29.10.2026, 18:50
Nordseeöl 114,80
$/Barrel +0,40%
Gasöl 1.436,50
$/Tonne -1,96%
Euro/Dollar 1,117
$ +0,16%
US-Rohöl 102,01
$/Barrel +0,10%
Börsendaten
Dienstag
16.06.2026
10:33 Uhr
Schluss Vortag
15.06.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
81,29 $
pro Barrel
83,54 $
pro Barrel
-2,69%
Gasöl
905,00 $
pro Tonne
927,50 $
pro Tonne
-2,43%
Euro/Dollar
1,16 $
1,159 $
+0,09%
(konstant)
USD/CHF
0,7949 CHF
0,7939 CHF
+0,13%
(konstant)
Heizölpreis
Dienstag
16.06.2026
10:33 Uhr
Schluss Vortag
15.06.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
112,09 €
112,08 €
+0,01%
Österreich
136,61 €
137,91 €
-0,94%
Schweiz
109,50 CHF
109,50 CHF
0,00%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl fallend
Heizöl fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Heizöl folgt Gasöl nach unten
29.10.26 • 12:20 Uhr • Olivia Neven
Die Ölpreise geben am Donnerstag nach, nachdem ein Brief von US-Vizepräsident JD Vance an Teheran Hoffnungen auf Gespräche geweckt hat. Gasöl verliert dabei deutlicher als Rohöl. Im Landesdurchschnitt geben die Heizölpreise heute in Deutschland leicht und in der Schweiz spürbar nach, in Österreich bleiben sie nahezu stabil.Am Donnerstagvormittag kostet ein Barrel Brent 114,00 US-Dollar und damit gut Weiterlesen
Heizöl wird zur Wochenmitte günstiger
28.10.26 • 10:25 Uhr • Olivia Neven
Die Ölpreise ziehen am Mittwoch wieder an, während ein Bericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran die Märkte beschäftigt. Gasöl gibt dagegen weiter nach. In Deutschland werden die Heizölpreise heute spürbar günstiger, in Österreich steigen sie leicht, in der Schweiz bleiben sie stabil.Am Dienstag hielten sich die Ölpreise zunächst auf hohem Niveau. Meldungen über einen Brand im saudischen Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
+49(0)30 7017120
Newsarchiv