Öl- und Heizölpreise beruhigen sich zum Wochenende

10.07.26 • 10:35 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Nach zwei Tagen gegenseitiger Luftangriffe bleibt es am Persischen Golf erstmal wieder ruhig. Die Ölpreise halten sich zum Wochenschluss zwar noch auf dem Vortagesniveau, tendieren insgesamt aber weicher. Trotz der jüngsten Konfrontation wollen die USA die technischen Gespräche mit Teheran fortsetzen, woran sich der Markt festklammert. Die Gasölpreise können weiter abgeben und ziehen die Heizölpreise mit. Diese werden im Tagesverlauf mit durchschnittlich 0,7 Cent bzw. Rappen je Liter günstiger.

Die Nordseesorte Brent hält sich am Vormittag bei 75,61 US-Dollar je Barrel und liegt damit knapp unter dem Schluss vom Donnerstag. Die amerikanische Ölsorte WTI notiert bei 71,40 US-Dollar. Beide Sorten fangen sich, nachdem die Notierungen am Donnerstagabend die Gewinne vom Vortag wieder abgegeben hatten. Beim Gasöl an der Londoner Warenterminbörse ICE setzt sich der Rückgang fort. Im Vergleich zum Wochenstart bleiben unterm Strich dennoch deutliche Gewinne stehen.

Zwei Tage lang hatten sich die USA und der Iran gegenseitig beschossen. Das US-Regionalkommando CENTCOM traf nach eigenen Angaben rund 170 Ziele in Iran, darunter Luftabwehr, Drohnenlager und Marineinfrastruktur. Teheran antwortete mit Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Katar. Dabei sollen die Gespräche fortgesetzt werden, was dem Markt Hoffnung gibt und den Ölpreisen zuletzt die Aufwärtsdynamik nahm. Vermittler aus Katar, Pakistan, der Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien arbeiten daran, beide Seiten zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Dass die US-Angriffe die iranische Energieinfrastruktur gezielt verschonen, liest der Markt als bewusstes Zeichen.

Irans Außenminister Abbas Araghchi bezeichnete die US-Schläge in einem Telefonat mit Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, als Bruch des Islamabad-Memorandums. Jener vorläufigen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges, und kündigte volle Verteidigungsbereitschaft an, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete. Washington wirft dem Iran die Angriffe auf drei Handelstanker vor und wertet sie als Terror. Am Freitagmorgen zählten Schiffsverfolger einen einzigen Tanker in der Straße von Hormus, und der fuhr leer.

Die wichtige Wasserstraße bleibt damit dicht. Indes legte die Internationale Energieagentur IEA ihren Monatsbericht vor. Schon zuletzt hatte sie vor Nachfrageschäden durch den Konflikt gewarnt und für das nächste Jahr ein Überangebot in Aussicht gestellt. Die US-Energiebehörde EIA schraubte ihre Angebotsprognose am Dienstag kräftig hoch. Die jüngste Eskalation war da aber noch nicht eingerechnet.

Die Heizölpreise im Inland kommen am Freitag ein Stück weit zurück, bleiben auf Wochensicht aber in Deutschland rund sechs Cent, in Österreich rund 14 Cent und in der Schweiz etwa fünf Rappen je Liter teurer. Damit bleiben die jüngsten geopolitischen Ausschreitungen eingepreist und Heizöl fällt zurück auf das Preisniveau von Anfang Juni.

Inzwischen hat sich ein gewohntes Muster zwischen Drohungen und Diplomatie im USA-Iran-Konflikt herauskristallisiert, das auch die Heizölpreise recht volatil hält. Die Kunst des Kaufens liegt nun in der Geduld. Denn nach jedem Aufsetzer folgte bisher eine Abwärtsbewegung. Das gilt besonders für alle, die keinen akuten Bedarf haben und ihren Tank noch über den Sommer bringen. Wer dagegen bald liefern lassen muss, sollte die ruhigeren Tage nutzen, ehe die nächste Schlagzeile aus dem Persischen Golf die Preise wieder nach oben treibt.

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