Gasöl treibt Heizölpreise nach oben

30.07.26 • 11:13 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Der nächtliche US-Angriff auf den Iran hält die Ölpreise am Donnerstag auf hohem Niveau. Getroffen wurden mehrere Inseln im Süden des Landes, die für dessen Ölwirtschaft eine zentrale Rolle spielen. Beim Gasöl setzt nach dem Höhenflug der vergangenen Tage am Vormittag eine leichte Gegenbewegung ein. Gestützt haben hier mehrere Raffinerieausfälle und die verlängerten russischen Exportverbote. Die Heizölpreise steigen heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

An den Börsen trägt die Eskalation die Rohölpreise weiter nach oben. Brent notiert am späten Vormittag bei 91,43 US-Dollar und damit knapp ein Prozent über dem Vortag. WTI hält sich bei 84,44 US-Dollar und bewegt sich kaum. Ein anderes Bild zeichnet das Gasöl. Der Kontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE war am Mittwoch um 84 US-Dollar auf 1.308,50 US-Dollar je Tonne gesprungen, den höchsten Stand seit Monaten. Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Tage holt der Markt etwas Luft, während die Rohölsorten die Kriegsprämie halten.

Nach eigenen Angaben traf das US-Regionalkommando Centcom letzte Nacht in einer schweren Angriffswelle Dutzende Ziele der Iranischen Revolutionsgarden IRGC, als Antwort auf iranische Raketenangriffe vom Dienstag gegen einen US-Stützpunkt in Jordanien und mehrere Schiffe in der Straße von Hormus. Nach iranischen Angaben wurden auch die für die Ölwirtschaft wichtigen Inseln Qeshm und Abadan getroffen. Der Krieg hat in dieser Woche zugleich eine neue Front bekommen. Erstmals griffen die USA und Saudi-Arabien gemeinsam vom Iran unterstützte Milizen im Irak an. Die irakische Regierung verurteilte den Schlag als Verletzung ihrer Souveränität. Fünf Monate nach Kriegsbeginn ist von dem raschen Ende, das Donald Trump im Februar versprach, nichts zu sehen.

Dass Brent trotzdem nicht durch die Decke geht, liegt am Zuschnitt der Angriffe. Sie galten militärischen Anlagen und ließen die Terminals und Häfen unberührt, über die iranisches Öl auf den Weltmarkt kommt. Der Schiffsverkehr am Golf ist gedämpft, aber nicht erloschen. Am Dienstag zählten Beobachter fast dreißig Frachter in der Meerenge zwischen Rotem Meer und Golf von Aden, so viele wie seit über einer Woche nicht. Öl findet Umwege, und je mehr davon sich etablieren, desto weniger wiegt Teherans Drohung, die Straße von Hormus zu schließen. Solange der Iran auf der Kontrolle über die Meerenge beharrt und Vermittlungsangebote wie das jüngste aus Oman ablehnt, bleibt die Prämie im Preis.

Das Gasöl folgt einer eigenen Logik. Diesel und Mitteldestillate sind das knappe Gut am Markt, weil sich auf der Verarbeitungsseite die Ausfälle häufen. Russland hat sein Diesel-Exportverbot bis Ende August verlängert, in Frankreich steht die Raffinerie in Lavéra unerwartet still, in Saudi-Arabien legte ein Huthi-Angriff eine weitere Anlage lahm, und ukrainische Drohnen treffen seit Wochen russische Raffinerien. Das trifft den Markt, dessen Rohölpolster ohnehin dünn ist.

Zudem verkündigte das Department of Energy (DOE) gestern die offiziellen US-Lagerbestände. Diese liegen laut DOE so niedrig wie seit September 2018 nicht mehr. Fertige Produkte verknappen sich schneller als der Rohstoff, aus dem sie entstehen, und daran ändert die Verschnaufpause am Vormittag erstmal nichts.

In Deutschland liegt der Bundesschnitt aktuell bei 1,36 Euro je Liter. Über alle Bundesländer hinweg haben die Preise angezogen, meist um zwei bis drei Cent gegenüber gestern. Der Sprung spiegelt vor allem den kräftigen Anstieg von Gasöl wider. Zwischen Norden und Süden klafft dabei eine deutliche Lücke. Im Norden ist Heizöl spürbar teurer und legt am stärksten zu. Im Süden zahlen Verbraucher weniger. So liegt der Heizölpreis in Baden-Württemberg derzeit bei knapp 1,29 Euro je Liter, rund 17 Cent unter dem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

In Österreich liegt der Landesschnitt bei 1,63 Euro je Liter. Auch dort hat der Juli eine kräftige Aufwärtsbewegung gebracht, nachdem die Preise im Frühsommer noch deutlich niedriger notiert hatten. In der Schweiz kostet der Liter im Mittel 1,49 Franken. Auch hier zeigt die Kurve seit dem Frühsommer klar nach oben.

HeizOel24-Tipp: Wer in der aktuellen Situation Heizöl kaufen muss, braucht eine klare Vorstellung davon, zu welchem Preis er spätestens handeln will. Der Preisalarm von HeizOel24 hilft dabei: Einfach den eigenen Zielpreis eintragen und sich benachrichtigen lassen, sobald Heizöl in der Region diesen Wert erreicht. HeizOel24

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
163,60 €
Veränderung
+1,39 %
zum Vortag
163,60 €
/100l
Prognose
-0,25 %
zu morgen
Ø AT €/100l bei 3.000l | 30.07.2026, 12:23
$/Barrel +0,33%
Gasöl 1.309,00
$/Tonne -0,74%
Euro/Dollar 1,1475
$ +0,13%
US-Rohöl 84,42
$/Barrel -0,21%
Börsendaten
Donnerstag
30.07.2026
11:13 Uhr
Schluss Vortag
29.07.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
91,21 $
pro Barrel
90,71 $
pro Barrel
+0,55%
Gasöl
1.309,25 $
pro Tonne
1.318,75 $
pro Tonne
-0,72%
Euro/Dollar
1,1455 $
1,146 $
-0,04%
(konstant)
USD/CHF
0,8158 CHF
0,8137 CHF
+0,26%
(etwas fester)
Heizölpreis
Donnerstag
30.07.2026
11:13 Uhr
Schluss Vortag
29.07.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
135,98 €
132,71 €
+2,46%
Österreich
163,59 €
159,61 €
+2,49%
Schweiz
148,47 CHF
147,72 CHF
+0,51%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl steigend
Heizöl steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Heizölpreise klettern nach Nahost-Eskalation
29.07.26 • 11:06 Uhr • Olivia Neven
Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran hat keine vier Tage gehalten. Nach einer nächtlichen Angriffswelle im Nahen Osten und überraschend deutlichen Rückgängen der amerikanischen Rohölvorräte springen die Ölbörsen nach oben. Heizöl verteuert sich in Deutschland und der Schweiz spürbar, Österreich tritt vorerst auf der Stelle.Dabei hatte der Dienstag an den Börsen noch vergleichsweise ruhig geendet. Weiterlesen
Heizölpreise uneinheitlich nach Ölpreisrutsch
28.07.26 • 12:00 Uhr • Olivia Neven
An den Ölbörsen hat sich die Lage nach dem Rutsch zum Wochenstart vorerst beruhigt, bei den Heizölpreisen ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. In Deutschland wird Heizöl teurer, in Österreich und der Schweiz geben die Preise nach. Treiber des hiesigen Aufschlags ist das Heizölvorprodukt Gasoil, das sich schon gestern deutlich widerstandsfähiger zeigte als Rohöl und dessen Erholung erst mit Verzögerung Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
+49(0)30 7017120
Newsarchiv