Heizölpreise springen auf 4-Monatshoch

18.08.26 • 10:37 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise sind kräftig gestiegen und haben eine wichtige Schwelle hinter sich gelassen. Nach dem ergebnislosen Fristablauf verschärfen Washington und Teheran ihre Drohungen, während durch die Straße von Hormus kaum noch Schiffe fahren. Zusätzlichen Schub gab ein Brand in einem großen amerikanischen Tanklager. Die Heizölpreise im Inland ziehen am Morgen kräftig an. Durchschnittlich drei Cent bzw. Rappen je Liter geht es aufwärts.

An den Börsen setzt sich der Anstieg vom Montag fort. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 91,50 US-Dollar je Barrel und liegt damit erstmals seit Anfang Juli wieder über der Marke von 90 US-Dollar. Die US-Sorte WTI klettert auf 85,35 US-Dollar. Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE, an dem der Heizölpreis hängt, steigt auf 1.306,25 US-Dollar je Tonne und hat damit binnen zwei Tagen rund 60 US-Dollar zugelegt. Der Euro gibt leicht auf 1,16 US-Dollar nach.

Nach dem Ende der 60-Tage-Frist hat sich der Ton weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump erklärte, er strebe keine Verlängerung an und erwarte nicht, dass der Iran einem für Washington akzeptablen Abkommen zustimme. Dem Oman drohte er in einem Interview mit einem Militärschlag, sollte das Sultanat die amerikanische Seeblockade behindern. Aus Teheran kam die Ankündigung, zu einer vollständig offensiven Militärhaltung übergehen zu wollen, wenn die USA das vorläufige Abkommen nicht innerhalb weniger Wochen umsetzen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drang in einem Telefonat mit Trump auf direkte Gespräche.

Auf dem Wasser sind die Folgen unmittelbar sichtbar. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete ein Schiff, das in der Meerenge von einem Geschoss unbekannter Herkunft getroffen wurde, mit Schäden im Maschinenraum und einem Todesopfer unter der Besatzung. Täglich passieren die Straße von Hormus derzeit weniger als zehn Schiffe, vor dem Krieg waren es mehr als 130. Im Roten Meer griff die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz nach eigenen Angaben ein saudisches Militärschiff samt vier Begleitschiffen an, eine Bestätigung aus Riad liegt nicht vor.

Beim Gasöl kam ein zweiter Treiber hinzu. Ein Blitzeinschlag setzte am Montag drei Lagertanks im Kraftstoffdepot Glenpool im US-Bundesstaat Oklahoma in Brand. Die Anlage kann nach Daten des US-Energieministeriums rund 3,4 Millionen Barrel lagern und ist ein Knotenpunkt im Pipelinesystem, über das Kraftstoffe von den Raffinerien an der Golfküste ins Landesinnere und weiter bis Chicago fließen. Nach Angaben des Betreibers Explorer Pipeline sind An- und Ablieferungen am Lager unterbrochen, der Betrieb außerhalb des Depots läuft weiter. Weil eine regionale Verknappung am amerikanischen Kraftstoffmarkt drohte, zogen vor allem die Produktkontrakte an.

Indes erklärte der iranische Außenministeriumssprecher, die Vereinbarung mit dem Oman über eine Transitroute durch die Meerenge stehe kurz vor dem Abschluss. Eine gemeinsame Erklärung werde vorbereitet. Zudem läuft am Schwarzmeerterminal des Caspian Pipeline Consortium, über das vor allem kasachisches Rohöl verschifft wird, der Exportbetrieb wieder. Beide Meldungen reichten aber nicht aus, um den Anstieg an den Börsen zu stoppen.

Im Inland schlägt die Rally voll durch. Der bundesweite Schnitt liegt bei 1,36 Euro je Liter, rund drei Cent über dem Vortag, und alle sechzehn Bundesländer melden Aufschläge. Im Norden bleibt es weiterhin teurer als im Süden. In Bremen kostet der Liter 1,52 Euro, in Schleswig-Holstein 1,49 Euro und in Hamburg 1,47 Euro. Am anderen Ende steht Baden-Württemberg mit 1,29 Euro, gefolgt vom Saarland mit 1,30 Euro. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegen damit gut 23 Cent je Liter. Die norddeutschen Länder verzeichnen heute auch die kräftigsten Tagesaufschläge mit bis zu fünf Cent je Liter.

In Österreich kostet der Liter 1,61 Euro und bewegt sich kaum vom Vortag weg. In der Schweiz können die Heizölpreise am Morgen durchschnittlich einen Rappen zulegen. Dort klettert der Preis auf rund 1,46 Franken je Liter und erreicht damit das Niveau von Ende Juli.

HeizOel24-Tipp: Gute Nachricht für alle, die jetzt bestellen müssen: Der Ratenkauf ist seit gestern wieder verfügbar. Sie erhalten Ihr Heizöl zum Liefertermin und zahlen bequem in mehreren Monatsraten, was die Lieferung bei den aktuellen Preisen deutlich planbarer macht. HeizOel24.

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
183,03 €
Veränderung
-0,56 %
zum Vortag
183,03 €
/100l
Prognose
-1,80 %
zu morgen
Ø AT €/100l bei 3.000l | 02.10.2026, 18:17
Nordseeöl 101,32
$/Barrel -1,83%
Gasöl 1.365,25
$/Tonne -5,70%
Euro/Dollar 1,1254
$ +0,14%
US-Rohöl 90,69
$/Barrel -2,39%
Börsendaten
Dienstag
18.08.2026
10:37 Uhr
Schluss Vortag
17.08.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
91,19 $
pro Barrel
91,10 $
pro Barrel
+0,10%
Gasöl
1.296,50 $
pro Tonne
1.297,25 $
pro Tonne
-0,06%
Euro/Dollar
1,1573 $
1,1577 $
-0,03%
(konstant)
USD/CHF
0,8117 CHF
0,8107 CHF
+0,12%
(konstant)
Heizölpreis
Dienstag
18.08.2026
10:37 Uhr
Schluss Vortag
17.08.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
136,25 €
132,60 €
+2,76%
Österreich
162,16 €
159,43 €
+1,71%
Schweiz
146,15 CHF
145,21 CHF
+0,65%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl konstant
Heizöl steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Heizölpreise fallen zum Wochenschluss
02.10.26 • 12:24 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise haben am Donnerstag zugelegt, nachdem Berichte über eine dritte US-Flugzeugträgergruppe im Nahen Osten die Runde machten. Gasöl ging dagegen schon gestern schwächer aus dem Handel. Am Freitagvormittag geben alle beide deutlich nach, weil Washington Druck auf Europa macht, seine Diesel-Notreserven zu öffnen. Der Liter Heizöl kostet in Deutschland rund drei Cent weniger als gestern, in Österreich Weiterlesen
Heizölpreise starten teuer in die Heizsaison
01.10.26 • 10:32 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise haben den Handelstag am Mittwoch im Plus beendet, nachdem in der Straße von Hormus erneut ein Schiff angegriffen wurde und die US-Vorräte an Benzin und Diesel kräftig schrumpften. Am Donnerstagmorgen kommt die Bewegung zum Stehen, weil wieder mehr Rohöl aus dem Nahen Osten verschifft wird und Washington und Teheran über den Vermittler Katar verhandeln. Gasöl hält sein hohes Niveau. Der Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
+49(0)30 7017120
Newsarchiv