Heizölpreise schießen durch die Decke

02.09.26 • 10:03 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise zogen im gestrigen Handel stark an und beendeten den Handel auch mit einem dicken Plus. Über Nacht haben die USA und der Iran ihre Angriffe massiv ausgeweitet, und die Risikoprämie am Markt zieht damit weiter an. Besonders Gasöl, der Kontrakt hinter dem Heizöl, klettert auf ein Mehrmonatshoch. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen heute deutlich. Am Morgen sind das im Durchschnitt fünf Cent bzw. Rappen mehr pro Liter im Vergleich zu gestern.

An den Ölbörsen ging es erneut nach oben. Brent, das Nordseeöl, notiert am Morgen bei 95,67 US-Dollar je Barrel und damit so hoch wie seit rund fünf Wochen nicht mehr. Die amerikanische Sorte WTI folgt bei 90,82 US-Dollar und liegt wieder über der Marke von 90 US-Dollar. Gasöl, jener Kontrakt für Mitteldestillate, aus dem sich der Heizölpreis ableitet, steht bei 1.454,25 US-Dollar je Tonne und damit auf dem höchsten Stand seit fünf Monaten.

Auslöser ist die schärfste Eskalation seit Wochen. Am Dienstagabend flogen die USA nach eigenen Angaben rund hundert Angriffe auf Ziele der iranischen Revolutionsgarden und trafen Luftabwehr, Radaranlagen und Ausrüstung, mit der Seeminen gelegt werden. US-Präsident Trump nannte die Angriffe groß und gewaltig. Der Iran schlug binnen Stunden zurück und feuerte Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Jordanien, Kuwait, Bahrain und im Irak. Erstmals nahmen die US-Streitkräfte auch zwei iranische Öltanker ins Visier.

Für den Ölmarkt zählt vor allem, dass die Lage rund um die Straße von Hormus wieder gefährlicher wird. Am Dienstag passierten nach Schifffahrtsdaten, auf die sich die Nachrichtenagentur Reuters beruft, nur noch vier sichtbare Frachter die Meerenge, nach zehn am Tag zuvor. Mit der neuerlichen Eskalation dürfte die Risikoprämie hoch bleiben.

Am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, eines von China und Russland geprägten Bündnisses, dem auch der Iran angehört, räumte Kremlchef Wladimir Putin im kirgisischen Bischkek ein, dass ukrainische Drohnen im bisherigen Kriegsverlauf rund hundert russische Schiffe beschädigt haben, vor allem Öltanker. Die Gasölpreise legten gestern kräftig zu und stehen heute so hoch wie seit Monaten nicht mehr, ein deutlich stärkerer Sprung als beim Rohöl. Dahinter steckt die knappe Versorgung mit Mitteldestillaten, denn die anhaltenden Angriffe auf russische Raffinerien lassen das Angebot an Diesel und Heizöl schrumpfen, und die amerikanischen Destillatvorräte lagen zuletzt so niedrig wie seit rund dreißig Jahren nicht mehr, kurz vor Beginn der Heizsaison. Ein erster Fingerzeig kam gestern Abend von den Lagerdaten des Interessenverbands API, der die Vorräte allerdings uneinheitlich schätzte. Klarheit bringen die offiziellen Zahlen des US-Energieministeriums am Nachmittag.

Im Inland schlägt der Sprung an den Börsen mit voller Wucht durch. Der Liter Heizöl kostet im deutschen Schnitt jetzt 1,49 Euro, knapp fünf Cent mehr als gestern und der dritte Aufschlag in dieser Woche. Damit rückt der Preis bis auf wenige Cent an das Hoch von Anfang April heran, als der Liter nach Kriegsausbruch bei rund 1,55 Euro gipfelte. Die gesamte Entspannung des Sommers ist damit wieder aufgezehrt.

Der Aufschlag zieht sich durch alle Bundesländer, wenn auch nicht gleichmäßig. Am stärksten trifft es den Norden, wo Schleswig-Holstein mit einem Plus von mehr als sechs Cent je Liter herausragt, während Thüringen mit gut drei Cent noch am glimpflichsten davonkommt. In Österreich klettert der Landesschnitt auf 1,67 Euro je Liter, in der Schweiz kostet der Liter 1,52 Franken, und auch dort zeigt die Richtung steil nach oben.

HeizOel24-Tipp: Die Preise sind in wenigen Tagen durch die Decke gegangen. Wer jetzt trotzdem bestellen muss, hat zumindest die Möglichkeit, das Öl in Teilbeträgen zu kaufen. Nutzen Sie dafür den Ratenkauf bei der Bestellung. HeizOel24

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