
Achterbahnwoche für die Heizölpreise
24.09.26 • 11:43 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Die Ölpreise legen am Donnerstag weiter zu und knüpfen an den kräftigen Anstieg vom Vortag an. Am Rande der UN-Generalversammlung in New York wird zwar viel mit und über Teheran gesprochen. Einer Einigung im Streit um die Straße von Hormus kommen die Beteiligten dabei aber kaum näher. Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich bleiben am Vormittag erstmal stabil, in der Schweiz ziehen sie leicht an.
An den Ölbörsen geht es heute weiter bergauf. Brent, das Rohöl aus der Nordsee, verteuert sich um 2,36 Prozent auf 105,90 US-Dollar pro Barrel. Auch das US-Öl WTI legt mit einem Plus von 1,86 Prozent auf 94,43 US-Dollar kräftig zu. Beim Gasöl, aus dem Heizöl und Diesel hergestellt werden, zeigt sich ein anderes Bild. Nachdem es schon am Mittwoch deutlich teurer geworden war, gibt es heute leicht nach und kostet 1.495,25 US-Dollar pro Tonne. Den Anstieg am Vortag hatten unter anderem zwei Nachrichten befeuert, die das Angebot an Diesel und Heizöl weiter schmälern könnten. In Libyen ist die Raffinerie Zawiya nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft NOC blockiert. In Washington zeigte US-Präsident Donald Trump Sympathie für einen Stopp der amerikanischen Dieselausfuhren.
Politisch schaut die Welt in dieser Woche nach New York, wo bei der UN-Generalversammlung Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zusammenkommen. Irans Präsident Massud Peseschkian stellte dort am Mittwoch seine Bedingungen. Die Meerenge bleibe für den freien Schiffsverkehr so lange zu, bis Washington die Seeblockade gegen iranische Häfen fallen lässt und bei den Sanktionen nachgibt. Ebenso deutlich machte er, dass sein Land an seinem zivilen Atomprogramm festhält. In Washington sind die Erwartungen entsprechend gedämpft, denn US-Außenminister Marco Rubio stellt sich auf einen langen Weg bis zu einer Einigung ein. Ganz abgerissen ist der Gesprächsfaden trotzdem nicht. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter räumte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ein, dass beide Seiten weit auseinanderliegen. Teheran prüfe aber eine Antwort Washingtons auf eigene Vorschläge, in denen die Aufhebung der Blockade und die Öffnung der Meerenge ganz oben stehen.
Die Europäer nutzen die Tage in New York, um Teheran direkt ins Gewissen zu reden. EU-Ratspräsident António Costa verlangte von Peseschkian im persönlichen Gespräch, dass sein Land die Nachbarländer nicht länger angreift und Schiffen wieder uneingeschränkt freie Fahrt gewährt. Bundesaußenminister Johann Wadephul appellierte an seinen iranischen Kollegen Abbas Araghtschi, „den Würgegriff zu lösen“. Während in New York verhandelt wird, wächst der wirtschaftliche Druck auf den Iran weiter. Die Notenbank der Vereinigten Arabischen Emirate hat der Bank Melli, dem größten staatlichen Geldhaus des Iran, das Geschäft im Land praktisch verboten. Überweisungen und Handelsfinanzierungen von und nach Iran darf sie dort nicht mehr abwickeln. Teheran verliert damit einen seiner zentralen Zugänge zu Geld und Handel im Ausland.
Aus Israel kommen dagegen Signale, die eher auf weitere Härte hindeuten. „Wir haben unsere Mission mit dem Iran noch nicht beendet“, sagte Israels UN-Botschafter Danny Danon dem Sender Sky News Arabia und kündigte an, sich für schärfere Sanktionen starkzumachen. Mit Spannung wird der Auftritt von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwartet, der in New York vor den Vereinten Nationen sprechen will. Auf der Straße dürfte ihm allerdings Gegenwind entgegenschlagen, denn selbst New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat zu Demonstrationen gegen ihn aufgerufen.
Die Nervosität der Börsen steckt auch den Heizölpreisen in den Knochen. Binnen einer Woche hat der Liter in Deutschland eine Spanne von rund acht Cent durchlaufen. Vor genau einer Woche kostete er im Bundesschnitt noch über 1,75 Euro, zum Wochenstart rutschte er unter 1,68 Euro, seit gestern steht er wieder bei rund 1,72 Euro. Viele Haushalte beobachten die aktuelle Entwicklung genau, um Rücksetzer für eine Bestellung zu nutzen. Das Niveau bleibt trotz allem hoch. Der September kommt bislang auf einen Durchschnitt von 1,62 Euro pro Liter, der aktuelle Tagespreis liegt also rund zehn Cent darüber.
In Österreich fällt das Auf und Ab deutlich milder aus. Der Liter pendelte die ganze Woche zwischen knapp 1,89 und gut 1,91 Euro und steht heute wie am Vortag bei 1,89 Euro, acht Cent über dem Septembermittel. Turbulenter lief die Woche in der Schweiz. Dort sackte der Liter zum Wochenstart um fast acht Rappen ab und hat diesen Rutsch inzwischen fast vollständig wieder aufgeholt. Heute kostet er 1,66 Franken, nach 1,65 Franken gestern, und liegt damit klar über dem Monatsschnitt von 1,59 Franken. Wer noch bestellen muss, sollte auf die nächste schwache Phase achten, denn wie schnell sich solche Fenster öffnen und wieder schließen, hat diese Woche gezeigt.
HeizOel24-Tipp: Wer vor der Heizsaison ohnehin bestellen muss, muss das nicht allein tun. Wer sich mit Nachbarn zusammentut, bestellt eine größere Menge und kann damit den Literpreis senken. Ob sich das für Sie lohnt, können Sie im Preisrechner berechnen lassen. Wählen Sie dafür die Anzahl der beteiligten Haushalte und die gesamte Litermenge aus. HeizOel24.
| Börsendaten | Donnerstag 24.09.2026 11:43 Uhr | Schluss Vortag 23.09.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 105,37
$
pro Barrel | 103,46
$
pro Barrel | +1,85% |
Gasöl | 1.500,50
$
pro Tonne | 1.500,75
$
pro Tonne | -0,02% |
Euro/Dollar | 1,1373
$
| 1,1382
$
| -0,08% (konstant) |
USD/CHF | 0,8279
CHF
| 0,8244
CHF
| +0,42% (etwas fester) |
| Heizölpreis | Donnerstag 24.09.2026 11:43 Uhr | Schluss Vortag 23.09.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 171,89 € | 170,72 € | +0,69% |
Österreich | 188,89 € | 188,46 € | +0,23% |
Schweiz | 165,86 CHF | 164,41 CHF | +0,88% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | konstant | ||
| Heizöl | konstant | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
