Heizöl: Handelstag ohne Happy End

26.04.12 • 10:53 Uhr • HeizOel24 News

Der gestrige Handelstag an den Ölbörsen verlief ruhig und neuerlich mit vielversprechenden Ansätzen. Ein „Happy End“ blieb den Heizölkunden aber verwehrt. Heizöl in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird heute geringfügig teurer.

Nach gemäßigten Tönen zum Atomstreit mit dem Iran und der Bekanntgabe der US-Bestandszahlen am Nachmittag tendierten die Ölpreise zunächst weicher, um dann ab 19:00 Uhr MESZ zu einem Schlußspurt anzusetzen. Die Futures für Rohöl und Gasöl entfernten sich im amerikanischen Handel sprunghaft von ihren erreichten Tagestiefs. Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) stieg von 995 auf 1.004 Dollar je Tonne. Ob dieser Anstieg über die 1.000-Dollar-Marke nachhaltig ist, muss sich heute rausstellen. Die Gründe lagen laut Marktberichterstattung nicht im Ölmarkt selbst, sondern waren bei der US-Notenbank zu suchen. Die Fed gab den Börsennotierungen auftrieb, indem sie ihre Nullzinspolitik bekräftigte.

Die gestrigen US-Lagerbestandszahlen des DOE (Department of Energy) offenbarten erneut mehr Rohöl in den US-Großtanklagern. Destillate (Heizöl/Diesel) und Benzin bleiben ihrem Trend ebenfalls treu und zeigen wie in den Vorwochen abnehmende Tendenz.

Im Einzelnen gab es folgende Veränderungen gegenüber der Vorwoche:

  • Rohöl: hoher Aufbau (+ 4,0 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): deutlicher Abbau (- 3,1 Mio Barrel)
  • Benzin: mäßiger Abbau (- 2,2 Mio Barrel)

In der Wahrnehmung der Börsianer überwog der bearishe Impuls der steigenden Rohölbestände leicht. Die gefühlte Ölversorgung des Weltmarktes, die sich aus der Übertragung der US-Daten auf die übrigen Regionen ergibt, ist weiterhin gut.

Erfreulich stabil entwickelt sich in dieser Woche der Kurs des Euros, der mit einem aktuellen Gegenwert von 1,325 US-Dollar weiter leicht zulegen kann und den inländischen Preisanstieg dämpft. Heizölkunden in Deutschland und Österreich zahlen heute rund 0,2 Cent mehr je Liter Heizöl als gestern. Für Kunden in der Schweiz steigt der Heizölpreis um den entsprechenden Frankenbetrag. Der leichte Rückgang von gestern ist damit neutralisiert und das Warten auf einen wirklich spürbaren Preisrutsch beginnt von Neuem. Die Heizölnotierungen treten seit Wochen auf der Stelle. Rund drei Cent geringere Literpreise als im Februar sind nur ein schwacher Trost und helfen keinem Verbraucher so richtig weiter. Wer auf billigere Heizölpreise spekuliert, sollte aber unbedingt täglich den Markt über das Internet im Auge behalten. Noch ist der gestrige Anstieg über die 1.000.Dollar-Gasöl-Marke nicht als dramatisch zu werten. Bleiben die Notierungen allerdings darüber und interpretiert der Markt dies als neues Kaufsignal ist erhöhte Vorsicht geboten! Kunden mit Ölbedarf sollten verstärkt darauf achten.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 119,30 $, Gasöl ca. 1.005 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,20 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,325 (etwas fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr

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