Heizölpreise: Statistik spricht gegen billigen Spätsommer

30.07.21 • 12:57 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den internationalen Börsen konnten im Verlauf des Donnerstags rund einen Dollar je Barrel zulegen. Das erhöhte Preisniveau von nunmehr 76 Dollar je Barrel hat auch am Freitag Bestand, sodass sich auch die nationalen Heizölpreise leicht nach oben orientieren. Kunden müssen vor dem Wochenende mit Aufschlägen von durchschnittlich 0,3 Cent bzw. Rappen je Liter rechnen. Die Nachfrage nach Heizöl bleibt schwach.

Zum Ende der nachrichtenarmen Woche können die Ölpreise an den internationalen Börsen nochmals leicht zulegen. Preistreiber, bleibt das durch die OPEC+ knapp gehaltene Warenangebot. Preisdrückende Impulse durch coronabedingte Mobilitätseinschränkungen, die auf die Kraftstoffnachfrage drücken, konnte sich im Wochenverlauf nicht durchsetzen.

Der heimische Heizölmarkt verzeichnete entgegen der üblichen Tendenz, dass die Zahl der Bestellungen im Wochenverlauf abnimmt, eine vergleichsweise starke zweite Wochenhälfte. Nachdem sich abzeichnete, dass die Heizölpreise eher wieder in Richtung des alten Höchststandes tendieren, anstatt die Abwärtskorrektur aus der Vorwoche neu zu beleben, drehte die Verbraucherstimmung. Zweifelsohne handelt es sich dabei um Nuancen, denn die Gesamtnachfrage ist und bleibt schwach, was in Sachen Preisprognose ebenfalls ein wichtiger Anhaltspunkt ist. Der Wettbewerb um die wenigen Aufträge im Markt hält die Inlandspreise auf dem rechnerisch geringstmöglichen Niveau. Verbraucher, die auf fallende Heizölpreie in den nächsten Woche spekulieren, sollten folgendes daher unbedingt berücksichtigen: Ein möglicher Ölpreisverfall am Weltmarkt muss die saisonal steigenden Handelsmargen im Herbst überkompensieren, ehe ein Preiseffekt im Inland sichtbar wird.

D.h. damit Heizöl tatsächlich spürbar billiger wird, muss der Ölpreis im August oder September besonders deutlich fallen. Die ist erfahrungsgemäß leider nur äußerst selten der Fall. In der Statistik der günstigsten Heizöl-Einkaufsmonate der letzten 18 Jahre taucht der September ein einziges Mal auf. 2020 war hier die Ausnahme von der Regel. Wer bis in den Spätherbst mit der Bestellung warten kann, hat dagegen häufig gute Karten. Hat die Heizperiode im November begonnen, öffnet sich häufiger ein Zeitfenster mit rückläufiger Nachfrage und sinkenden Preisen. Speziell für Kunden in Österreich und der Schweiz ist diese Strategie ein probates Mittel. Deutsche Heizölverbraucher sollten dagegen Vorsicht walten lassen und die Lieferfristen beobachten. Bereits jetzt steht fest, dass die CO2-Abgabe auf Heizöl, Gas, Benzin und Diesel zum Jahreswechsel erneut steigen soll. Die geplanten fünf Euro mehr pro Tonne CO2 ab 1. Januar 2022 entsprechen ca. 1,5 Cent je Liter Heizöl. Steht bereits bei der Bestellung fest, dass die Lieferung erst nach dem Jahreswechsel erfolgen kann, werden sie bereits Ende 2021 eingepreist. Eine negative Überraschung droht zudem mit dem Wahlen im September. Die Heizkosten für alle Öl- und Gaskunden könnten je nach Ausgang schneller und höher steigen. Holzpellets bleiben von der CO2-Bepreisung ausgenommen. - ok

HeizOel24-Tipp: Gemeinsam günstiger! Wer bei seiner Heizölorder auf einen Bedarf unter 1.500 Liter kommt, sollte über eine Sammelbestellung mit den Nachbarn nachdenken. So gelingt auch das Tanken von eher kleinen Mengen zum günstigen Literpreis. HeizOel24. 30.07.2021

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