Heizöl – Angebotsdefizit bestimmt Preise

29.09.22 • 11:05 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise in Deutschland, der Schweiz und Österreich sind im Vortagesvergleich gestiegen. Mit einem Aufpreis pro Liter von durchschnittlich 1,35 Cent in Deutschland am meisten. Der gestern Nachmittag veröffentlichte Bericht des US-amerikanischen DOE sorgt für anziehende Ölpreise, da es zu Abbauten in allen Kategorien kam. Die EU-Kommission rät ihren Mitgliedern von einem generellem Preisdeckel für Gas ab.

Sowohl die Rohölpreise für Brent und WTI als auch der Euro im Verhältnis zum Dollar konnten im gestrigen Tagesverlauf, verglichen mit gestern Vormittag, kräftige Gewinne einfahren, starten allerdings mit Verlusten zum Vortagesschluss in den Handel. WTI konnte die psychologisch wichtige 80 Dollar pro Fass Marke knacken und trotz heutiger anfänglicher Verluste halten. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 81,38 Dollar, einem Minus von 0,61 Prozent gehandelt. Auch Brent hat mit 85 Dollar pro Fass wieder eine psychologisch wichtige Marke knacken können und wird aktuell mit 88,46 Dollar, einem Minus von 0,91 Prozent, gehandelt. Der Euro startet oberhalb der 0,96 Dollar Marke in den Handel, musste die gestern erreichte Hürde von 0,97 Dollar allerdings wieder räumen. Ein Euro wird aktuell mit 0,9665 Dollar, einem Minus von 0,73 Prozent, gehandelt. Auch der für die Produkte wie Heizöl wichtige ICE Gasoil Terminkontrakt schloss den gestrigen Handel mit 1.008,75 Dollar, einem Plus von 4,29 Prozent, oberhalb einer für den Markt psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Dollar ab. Insgesamt sind damit im heutigen Tagesverlauf stark steigende Heizölpreise wahrscheinlich.

Negative Neuigkeiten für die Heizölpreise kommen aus den USA. Hier wurde gestern Nachmittag der Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) veröffentlicht. Aus diesem geht ein Abbau sämtlicher Bestandskategorien hervor, teils unerwartet und teils stärker als vom Markt erwartet. Bei den Rohölbeständen der USA gab es mit einem Plus von 0,7 Mio. Barrel im Zentrallager Cushing zwar einen leichten Anstieg, insgesamt fielen die Rohölbestände allerdings um 0,2 Mio. Barrel und damit ungefähr um die vom Markt erwartete Menge. Bei den Benzinbeständen hat der Markt wiederum Aufbauten von rund 0,9 Mio. Barrel erwartet. Laut Bericht des DOE fielen die Bestände hier allerdings um signifikante 2,4 Mio. Barrel. Ähnlich stark sieht es bei den Erwartungen des Marktes und der Realität bei den Destillatbeständen, zu denen auch Heizöl gehört, aus. Hier wurde von einem minimalen Rückgang von 0,1 Mio. Barrel ausgegangen, laut DOE liegt dieser allerdings bei einem Minus von 2,9 Mio. Barrel. Ein höherer Verbrauch signalisiert einen höheren Bedarf sowie eine höhere Wirtschaftsleistung und beruhigt damit die Sorgen des Marktes vor einer Rezession in der größten Wirtschaftsmacht der Welt. Damit rückt das Angebotsdefizit bei der Preisfindung wieder mehr in den Vordergrund und die Ölpreise steigen.

Die EU-Kommission hat die Mitgliedsländer vor der Umsetzung der Forderung von 15 Mitgliedsstaate, die Gaspreise zu deckeln, gewarnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Preisobergrenze die Versorgungslage in der EU noch mehr stören könnte, wird als hoch erachtet. Hintergrund ist, dass die EU sich aktuell dadurch absichert, dass sie Gas in jedweder Form zu höheren Preisen als der Rest der Welt einkauft. Dadurch wurden teilweise ursprünglich für andere Länder bestimmte Lieferungen kurzfristig stattdessen nach Europa verkauft. Die EU wird dadurch am Laufen gehalten, während es in anderen Ländern dieser Erde knapper wird als erwartet. Ein Preisdeckel würde andere Absatzmärkte allerdings wieder potentiell attraktiv für die Verkäufer machen. Um dies zu verhindern, müsste die EU massive finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. Woher diese möglicherweise kommen sollen, bleibt dabei offen. Ebenfalls könnte es innerhalb der EU zu Spannungen kommen, da sich die zur Verfügung stehende Menge nicht mehr basierend auf dem Preis in die Gebiete mit dem größten Bedarf hin verteilt. Stattdessen könnte es bspw. zu Hamsterkäufen kommen und eine faire Verteilung innerhalb der EU wäre potentiell gefährdet. Die EU-Kommission schlägt stattdessen vor bspw. den Einfluss der Gaspreise auf die Strompreise, durch einen Preisdeckel dort, zu reduzieren. Ebenfalls wird vorgeschlagen das sich die Mitglieder neue verlässliche Lieferanten suchen und mit diesen faire Preise verhandeln. An diesem Freitag geht die Diskussion um eine Preisobergrenze für Gas in der EU weiter. Unter anderem werden dort allerdings auch andere Maßnahmen, wie eine Übergewinnsteuer für Energiefirmen, besprochen.

In der D-A-CH-Region steigen die Heizölpreise im Vortagesvergleich am heutigen Vormittag. Mit durchschnittlich 0,05 Cent bzw. Rappen mehr pro Liter Heizöl fällt der Anstieg in der Schweiz und Österreich gering aus. In Deutschland liegt der Anstieg dagegen bereits bei durchschnittlich 1,35 Cent pro Liter.

Die Anzahl der Bestellungen ist im gestrigen Tagesverlauf im Vortagesvergleich minimal gestiegen. Wie sich die potentiellen Sabotageakte auf die Nord Stream 1 & 2 Pipelines auf die Heizölpreise auswirken werden, bleibt noch offen. Da noch offen ist, ob es sich tatsächlich um Sabotage handelt, wäre ein natürliches Unglück der beste Fall, gefolgt von einer von Russland ausgehenden Sabotage, welche „nur“ die ohnehin bestehenden Fronten verhärten würde. Schlimmstenfalls war es ein anderer Akteur, was zu einem massiven Vertrauensverlust auch innerhalb der EU und einer potentiellen Jeder gegen Jeden Politik und damit deutlich steigenden Preisen führen könnte. -fr-

HeizOel24-Tipp: Ratenkauf, Lastschrift, Rechnung oder doch lieber Bar oder mit EC-Karte am Tankwagen? Wählen Sie bei der Bestellung Ihre bevorzugte Bezahlart. In jedem Fall erhalten Sie eine litergenaue Abrechnung und bezahlen exakt die getankte Menge. HeizOel24 29.09.2022

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