Produktionsbedingte Mangellage stützt Heizölpreise

04.10.22 • 11:24 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In Österreich starten die Heizölpreise auf dem Niveau des Vortages in den Handel, während sie in der Schweiz und Deutschland stark gestiegen sind. In Deutschland müssen Heizölkunden einen Aufpreis von durchschnittlich 2,65 Cent pro Liter einplanen. Die Rohöl- und Produktpreise sind im letzten Quartal um bis zu 25 Prozent gefallen, so dass der markt ein Gegensteuern der OPEC+ erwartet. Im Streit um die Transitgebühren für russisches Gas über den ukrainischen Pipelineteil, hat Gazprom mit Sanktionen gedroht, welche für einen Lieferstopp über die letzte verbliebene große Gasader nach Europa sorgen könnten.

Die Rohölsorten Brent und WTI starten jeweils mit einem Plus in die neue Woche, können allerdings jeweils die psychologisch wichtigen bei 85 Dollar pro Fass bzw. 90 Dollar pro Fass liegenden Marken zum Handelsstart nicht knacken. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 84,03 Dollar, einem Plus von 0,83 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell 91,41 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,8 Prozent. Der Euro startet im Vergleich zum Dollar ebenfalls stärker in den Handel, wurde allerdings ebenfalls bisher vor der nächsten psychologisch wichtigen Marke von 0,99 Dollar vorerst ausgebremst. Ein Euro wird aktuell mit 0,9885 Dollar, einem Plus von 0,63 Prozent, gehandelt. Leider beendete der für die Produktpreise wie Heizöl wichtige ICE Gasoil Terminkontrakt deutlich im Plus und oberhalb der psychologisch wichtigen 1.000 Dollar Marke die letzte Woche und wurde mit 1.031,25 Dollar, einem Plus von 3,83 Prozent, gehandelt.

Trotz der Gewinne von WTI, Brent und ICE Gasoil zum heutigen Handelsstart, haben alle drei im dritten Quartal 2022 deutlich an Wert eingebüßt. Mit rund 25 Prozent bzw. einem Minus von 26,52 Dollar sank die US-amerikanische Rohölsorte WTI das erste Quartal seit 2020 im Preis. Brent folgt mit einem Minus von 21,53 Dollar pro Fass bzw. Minus 19,7 Prozent. Der Preis wird hierzulande durch den Ukrainekrieg gestützt. Mit einem Minus von rund 16,2 Prozent im vergangenen Quartal, steht der ICE Gasoil Terminkontrakt noch am besten da. Hier sieht man, dass die Versorgungslage in Europa bei den Produkten wie Heizöl aktuell deutlich höher ist als die Versorgung mit Rohöl. Gestützt wird dies zusätzlich unter anderem durch die Bestreikung von ca. 60 Prozent der Raffineriekapazität in Frankreich. Arbeitgeber und Arbeitnehmer konnten weiterhin keine Einigung erzielen und die Betreiberfirmen Total und ExxonMobil gaben inzwischen an, die vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr zu hundert Prozent erfüllen zu können. Dies führt dazu, dass die nach Europa importierten Warenmengen und damit auch die Preise steigen. Dass die Preise dennoch sinken, liegt daran, dass der Markt davon ausgeht, dass die Welt in eine globale Rezession rutschen wird, was die Nachfrage deutlich beschneidet. Für die Ölproduzierenden Länder ist dies sehr schlecht, da der Export in der Regel die Haupteinnahmequelle der jeweiligen Länder darstellt. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass im morgigen Meeting der OPEC+ Staaten, welche einen großen Teil der Ölproduzierenden Länder repräsentiert, eine Kürzung der Förder- oder gar Produktionsquoten zwischen 0,5 bis 1,5 Mio. B/T beschlossen wird. Analysten gehen davon aus, dass der aktuelle Preis von 80 bis 90 Dollar pro Fass der OPEC* zu wenig sei und diese den Preis bei 90 bis 100 Dollar stabilisieren wollen wird.

Schlechte Nachrichten für die Heizölpreise kommen aus der Ukraine. Seit einiger Zeit behauptet das ukrainische Unternehmen Naftogaz, dass das russische Staatsunternehmen Gazprom nicht die Transitgebühren für den Transport von Gas nach Europa über durch die Ukraine verlaufende Pipelines bezahle. Anfang des Monats hat Naftogaz deshalb ein Schiedsverfahren gegen Gazprom eingeleitet. Gazprom widerspricht den Behauptungen und deutet an, dass Russland ggf. Sanktionen als Reaktion auf Naftogaz Behauptungen einführen könnte. Damit könnte eine Zahlung der Transitgebühren unmöglich gemacht werden und die letzte verbliebene Pipeline, welche signifikante Mengen Gas nach Europa liefert. Eine Schließung dieser Route würde nur noch die TurkStream Pipeline, welche einige südosteuropäische Staaten mit Gas aus Russland versorgt, in Betrieb lassen. Nach der Ankündigung potentieller Sanktionen stieg der Großhandelsgaspreis in den Niederlanden um 13 Prozent an, so dass die Gaspreise seit Anfang des Jahres um ca. 120 Prozent gestiegen sind. Da Heizöl teils als Ersatz für Gas genutzt werden kann, werden die Heizölpreise dadurch mit nach oben gezogen.

In der D-A-CH-Region sehen wir entsprechend steigende Preise. Einzige Ausnahme ist aktuell Österreich, wo die Preise im Vortagesvergleich stabil geblieben sind. Allerdings sind sie im Vergleich vom 02.10.22 zum 03.10.22 um durchschnittlich 1,25 Cent pro Liter gefallen, was allerdings nur die Hälfte des Anstiegs von rund 2,55 Cent pro Liter vom 29.09.22 zum 30.09.22 ausgleicht. In der Schweiz sind die Heizölpreise um durchschnittlich 1,5 Rappen pro Liter gestiegen und in Deutschland um im Schnitt massive 2,65 Cent pro Liter.

Trotz der hohen Preise lag das Bestellvolumen am vergangenen Montag bei ungefähr dem des Montages der Vorwoche. Im Angesicht der stark gestiegenen Heizölpreise, haben sich die Käufer gestern damit einen gefallen getan. Sollte die OPEC+ in ihrem morgigen Meeting signifikante und noch nicht eingepreiste Förderquotenkürzungen bekannt geben, welche die tatsächlich produzierte Menge signifikant beeinflusst, werden die Heizölpreise im Laufe der Woche einen erneuten Satz nach oben machen. Dem gegenüber steht die Möglichkeit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Streik um die französischen Raffinerien. Eine Einigung würde aufgrund der anstehenden Wartungsarbeiten keinen großen physischen Einfluss auf die verfügbaren Produktmengen haben, allerdings wäre es ein gutes Zeichen für die Zeit nach den Wartungsarbeiten und würde damit für Entspannung und sinkende Risikoaufschläge sorgen. -fr-

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