Heizölpreise geben nach

26.09.24 • 09:12 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die potentielle Wiederaufnahme der libyschen Rohölproduktion belastet heute Vormittag die Ölpreise. Dem kann auch der überraschend starke US-amerikanische Ölbestandsabbau nichts entgegensetzen. Trotz der aktuellen Unterversorgung des Ölmarktes fürchtet sich der Ölmarkt mehr vor der für das kommende Jahr erwarteten Überversorgung des Marktes.

Während sich der Euro bei 1,11 Dollar hält und einer minimalen Aufwärtsbewegung folgt, fielen die Ölpreise stark. Die Nordseerohölsorte Brent fiel auf 71 Dollar pro Fass und die US-amerikanische Rohölsorte Brent wird aktuell mit 68 Dollar unterhalb der psychologisch wichtigen 70 Dollar pro Fass Marke gehandelt. ICE Gasoil fiel auf 652 Dollar pro Tonne.

Seit letztem Monat streiten die beiden Regierungsfraktionen in Libyen über die Besetzung des dortigen Zentralbankchefs. Das Land ist in Ost und West gespalten. Im Osten befindet sich der Großteil der dortigen Ölproduktion. Nachdem der Westen ohne Rücksprache versuchte den wichtigen Posten neu zu besetzen, stellte der Osten die Rohölproduktion ein. Libyens National Oil Corporation verkündete am 28.08.24, dass die libysche Rohölproduktion um mehr als die Hälfte eingebrochen sei. Seitdem wurden keine neuen Zahlen veröffentlicht. Gestern verkündeten die beiden zerstrittenen Fraktionen allerdings, dass sie sich auf den Ablauf, die Regeln und einen Zeitplan für die gemeinsame Neubesetzung wichtiger Posten, wie die des Zentralbankchefs, geeinigt hätten. Dies sorgt am Ölmarkt für Abwärtsdruck, da dem globalen Ölmarkt damit potentiell wieder spürbar mehr Öl zur Verfügung steht.

Das US-amerikanische Department of Energy (DOE) verkündet derweil einen weit stärker als vom Ölmarkt erwarteten Abbau der US-amerikanischen Ölbestände. Der Ölmarkt ignoriert diesen Abbau allerdings bisher. Hintergrund ist, dass für 2025 ein Ölüberangebot prognostiziert wird.

Während die Heizölpreise in Österreich um im Schnitt minimale 0,05 Cent pro Liter stiegen, fielen sie in der Schweiz um 0,75 Rappen und in Deutschland um 0,35 Cent. In Nordrhein-Westfalen liegt der durchschnittliche Heizölpreis damit wieder knapp unter 90 Cent pro Liter, aber auch in allen anderen Bundesländern sanken die Heizölpreise. -fr-

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