Öl startet verhalten ins neue Jahr

02.01.26 • 12:28 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Zum Jahresauftakt bewegen sich die Ölpreise nur wenig und können sich nach den starken Verlusten im vergangenen Jahr lediglich stabilisieren. Das große Überangebot, das für 2026 erwartet wird, setzte Brent und WTI zuletzt unter Druck. Neue geopolitische Risiken sorgen allerdings kurzfristig für Unterstützung und nehmen die Heizölpreise mit ins Gepäck. In Deutschland müssen Verbraucher mit Aufschlägen rechnen, während Heizöl in der Schweiz und Österreich stabil bleibt.

Nach dem starken Jahresverlust 2025 bleiben die internationalen Rohölpreise auch zum Jahresauftakt unter Druck. Zwar sorgen geopolitische Spannungen weiterhin für Aufmerksamkeit, doch sie reichen aktuell nicht aus, um das strukturell hohe Angebot in den Hintergrund zu drängen. Entsprechend bewegen sich Brent und WTI auf niedrigem Niveau seitwärts.

Belastend wirkt vor allem der Blick nach vorne. Für die ersten Monate 2026 rechnen viele Marktteilnehmer mit einem klaren Überangebot, da die OPEC+ ihre Förderdisziplin zwar betont, gleichzeitig aber große Produzenten außerhalb des Kartells weiter zulegen. Auch die jüngsten US-Bestandsdaten aus der Weihnachtswoche untermauern dieses Bild. Zwar gingen die Rohölbestände zurück, gleichzeitig stiegen die Produktlager jedoch deutlich an. Das signalisiert eine gut gefüllte Versorgungskette und dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Preiswende.

Geopolitisch bleibt die Lage angespannt. In der Ukraine gibt es weiterhin keinen Durchbruch bei den Gesprächen, während die Angriffe auf russische und ukrainische Energieinfrastruktur anhalten. Auch im Jemen hat sich der Bürgerkrieg zuletzt erneut verschärft, nachdem frühere Absprachen zwischen regionalen Akteuren zerbrochen sind. Die wachsenden Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erhöhen das Risiko für die Schifffahrt rund um das Rote Meer und die Straße von Bab al-Mandab, eine der wichtigsten Engstellen für den globalen Öl- und Produkttransport. Diese Risikofaktoren sorgen für Unterstützung an den Börsen.

Und das spiegelt sich auch bei den Heizölpreisen im Inland wider. In Deutschland haben die Heizölpreise zum Jahresstart angezogen. Nach den Rücksetzern der vergangenen Wochen haben sich die Heizölpreise in einer Spanne zwischen 89 und 91 Cent je Liter eingepegelt. Seit Januar greift zudem die erhöhte CO₂-Bepreisung, die für Heizöl, Diesel und weitere fossile Brennstoffe gilt. Der CO₂-Preis bewegt sich dabei innerhalb eines festgelegten Korridors von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂, was sich mit bis zu 3,2 Cent je Liter zusätzlich auf den Heizölpreis auswirkt.

Auch in Österreich wirkt sich die CO₂-Bepreisung auf die Heizölkosten aus. Dort steigt der CO₂-Preis seit 2026 ebenfalls auf bis zu 65 Euro je Tonne CO₂ an. Trotz der politischen Vorgaben können sich die Heizölpreise zum Wochenausklang halten und verweilen knapp unter der 1,06 Euro-Marke. In der Schweiz bleibt das Bild stabil. Der Durchschnittspreis bewegt sich bei knapp 92 Rappen je Liter. Nach dem deutlichen Rückgang im Dezember zeigt sich der Markt zum Start ins neue Jahr ausgeglichen.

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