Heizölpreise: Schwankungen verlieren ihre Wucht

16.04.26 • 12:23 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise bewegen sich am Donnerstagvormittag leicht nach oben. Diplomatische Annäherungssignale aus Washington nehmen etwas Druck aus dem Markt, doch neue Drohungen aus Teheran und eine US-Blockade am Persischen Golf halten die Lage angespannt. Das nimmt auch die Heizölpreise mit ins Gepäck, die im Vergleich zum gestrigen Tagesdurchschnitt etwas fester tendieren. Die extremen Ausschläge der vergangenen Wochen bleiben heute aber aus.

Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 96,42 US-Dollar je Barrel (+1,7 %), die amerikanische Ölsorte WTI bei 92,60 US-Dollar (+1,3 %). Beide Sorten liegen damit fester als am Vortag, angeführt von den Mitteldestillaten. Gasöl an der ICE notiert bei 1.180,25 US-Dollar je Tonne (+2,39 %). Der Anstieg folgt auf einen unruhigen Mittwoch, an dem die Preise zunächst nachgaben und sich erst im Tagesverlauf wieder erholten. Vor allem die US-Lagerbestandsdaten des Department of Energy (DOE) sowie Berichte über eine weitere Truppenverlegung in den Nahen Osten gaben Auftrieb.

Dagegen hielten allerdings versöhnliche Signale. Trump stellte direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Aussicht, erstmals seit Jahrzehnten, und parallel signalisieren Washington und Teheran Bereitschaft zu neuen Atomgesprächen. Ein konkreter Termin fehlt noch, aber die Bereitschaft allein reicht dem Markt, um die Eskalationsprämie, die sich seit Ende Februar aufgebaut hat, an einzelnen Stellen abzubauen.

Gleichzeitig zieht Washington die Daumenschrauben weiter an. Die letzten Ausnahmen für iranische Ölexporte laufen aus, die vollständige Blockade iranischer Häfen ist seit Montag in Kraft. Tanker passieren die Straße von Hormuz nur noch vereinzelt, vor allem sanktionierte oder unter falscher Flagge fahrende Schiffe. Was vor dem Krieg ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportierte, ist heute ein Rinnsal.

Wer in dieser Lage liefern kann, profitiert. Die US-Ölexporte sind auf 5,2 Millionen Barrel täglich gestiegen, den höchsten Stand seit sieben Monaten, und fast die Hälfte davon geht inzwischen nach Europa, gut ein Drittel nach Asien. Länder wie Griechenland kaufen erstmals überhaupt amerikanisches Rohöl. Wie lange das noch so weitergehen kann, ist allerdings fraglich. Analysten und Händler sehen die Exportkapazitäten der USA weitgehend ausgereizt.

Aus Teheran kommen derweil neue Drohungen, die über den Persischen Golf hinausweisen. Der Kommandeur der iranischen Streitkräfte drohte, bei Fortführung der US-Seeblockade auch den Schiffsverkehr im Roten Meer zu unterbinden. Das wäre folgenreich. Das Rote Meer ist die wichtigste Ausweichroute für saudi-arabische Ölexporte, die bislang von der Hormuz-Blockade unberührt geblieben sind. Fiele auch diese Route weg, kämen erhebliche zusätzliche Mengen vom Markt.

Auch die Nachfrageseite gibt keine Entwarnung. Die Internationale Energieagentur erwartet für 2026 erstmals einen Rückgang des globalen Ölverbrauchs, weil hohe Energiekosten die Konjunktur belasten. Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose auf 3,1 Prozent gesenkt und rechnet mit einem längerfristig erhöhten Energiepreisniveau. Steigende Energiepreise dämpfen also irgendwann die Nachfrage, die sie selbst angetrieben haben.

Die leichte Aufwärtsbewegung an den Börsen kommt heute auch bei den Heizölpreisen an. Der bundesweite deutsche Durchschnitt pendelt gerade bei 1,34 Euro je Liter, bleibt aber trotz der Teuerung von etwa einem Cent je Liter nahe seiner Vortagesniveaus. Die Dynamik, die die Heizölpreise stellenweise im zweistelligen Bereich hoch- oder herunter geschleudert hat, hat abgenommen. Im Vergleich zum Wochenbeginn hat sich der Preis für Heizöl sukzessive nach unten bewegt und ist derzeit noch neun Cent pro Liter günstiger als am Montag.

Ende Februar lagen die deutschen Preise noch bei etwa 99 Cent je Liter. Der Sprung auf über 1,50 Euro Anfang April war der schärfste Anstieg seit 2022, als Russland die Ukraine angriff und die Preise kurzzeitig sogar über zwei Euro kletterten. Seitdem pendelt der Markt auf erhöhtem Niveau, die Ausschläge werden kleiner. Das deutet darauf hin, dass sich der Markt an das neue Preisniveau gewöhnt und die schlimmsten Schockwellen vorerst verarbeitet hat. Die diplomatischen Annäherungen, die derzeit im Raum stehen, könnten diesen Prozess weiter stützen.

In Österreich kann sich der Durchschnittspreis heute unter 1,79 Euro je Liter bewegen. Das kantonweite Mittel in der Schweiz notiert bei 1,33 Franken. Beide Märkte folgen demselben Muster wie Deutschland: erhöhtes Niveau und enge Tagesbewegung.

HeizOel24-Tipp: Mit dem HeizOel24 Newsletter bleiben Sie regelmäßig über die Entwicklung am Heizölmarkt informiert. So können Sie Preisbewegungen besser einordnen und günstige Kaufgelegenheiten gezielter nutzen. HeizOel24

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
178,69 €
Veränderung
-0,03 %
zum Vortag
178,69 €
/100l
Prognose
+0,79 %
zu morgen
Ø AT €/100l bei 3.000l | 16.04.2026, 14:41
$/Barrel +1,18%
Gasöl 1.167,75
$/Tonne +1,30%
Euro/Dollar 1,1782
$ -0,12%
US-Rohöl 91,77
$/Barrel +0,42%
Börsendaten
Donnerstag
16.04.2026
12:23 Uhr
Schluss Vortag
15.04.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
96,26 $
pro Barrel
94,84 $
pro Barrel
+1,50%
Gasöl
1.183,25 $
pro Tonne
1.152,75 $
pro Tonne
+2,65%
Euro/Dollar
1,1778 $
1,1796 $
-0,15%
(konstant)
USD/CHF
0,7837 CHF
0,7814 CHF
+0,29%
(etwas fester)
Heizölpreis
Donnerstag
16.04.2026
12:23 Uhr
Schluss Vortag
15.04.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
134,38 €
131,83 €
+1,94%
Österreich
178,69 €
177,39 €
+0,73%
Schweiz
133,12 CHF
129,42 CHF
+2,86%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl fallend
Heizöl fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Gesprächshoffnung und US-Lagerdaten drücken Ölpreise
15.04.26 • 11:20 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise geben zur Wochenmitte nach und setzen ihre Abwärtsbewegung vom Vortag fort. Neue Maßnahmen aus Washington erhöhen den Druck auf iranische Ölexporte, gleichzeitig belasten hohe US-Lagerbestände und schwächere Nachfrageaussichten den Markt. Die Abwärtsbewegung kommt auch im DACH-Raum an und schiebt die Heizölpreise am Vormittag durchschnittlich zwei Cent bzw. Rappen nach unten.Die Rohölsorten Weiterlesen
Öl- und Heizölpreise setzen Achterbahnfahrt fort
14.04.26 • 09:51 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise bleiben zum Wochenstart unter Druck und rutschen wieder unter 100 US-Dollar. Neue Hoffnungen auf Gespräche zwischen den USA und dem Iran bremsen die zuvor starke Aufwärtsbewegung. Für Verbraucher im Inland geht es heute erstmal wieder runter beim Heizölkauf.Die Rohölsorten Brent und WTI starten am Dienstag ohne klare Richtung und bewegen sich unter der Marke von 100 US-Dollar. Noch zum Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
+49(0)30 7017120
Newsarchiv