Heizölpreise treten auf der Stelle

28.04.26 • 10:34 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben am Montag zugelegt und sich zum Handelsschluss auf hohem Niveau behauptet. Auslöser war einmal mehr die festgefahrene Lage am Persischen Golf. Ein neuer iranischer Vorschlag zur Konfliktlösung stieß in Washington auf Skepsis, die Straße von Hormus bleibt gesperrt. Am Dienstagmorgen geben die Heizölpreise dennoch nach, weil Gasoil im frühen Handel schwächer notiert und der Euro gegenüber dem US-Dollar zulegt.

Die Ölpreise haben am Montag einen unruhigen Handelstag hinter sich. Neue US-Sanktionen gegen einen chinesischen Raffineriebetreiber sorgten zunächst für Auftrieb, bevor die Notierungen zur Tagesmitte wieder nachgaben. Am Abend zogen sie erneut an und schlossen fest. Die Nordseesorte Brent tastete sich bis knapp an die 110-US-Dollar-Marke heran, WTI beendete den Tag ebenfalls im Plus. Am Dienstagmorgen starten beide fester in den Handel.

Den Takt gab einmal mehr die Diplomatie vor, oder genauer gesagt: ihr Stillstand. Der Iran hatte einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges vorgelegt, der eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus vorsieht, während Fragen zum Atomprogramm zunächst ausgeklammert bleiben sollten. In Washington stieß das auf wenig Gegenliebe. Präsident Trump zeigte sich unzufrieden, beharrte auf seinen Positionen und ließ Zweifel an der Aufrichtigkeit Teherans erkennen. Eine offizielle Ablehnung gab es zwar nicht, das Wall Street Journal berichtete jedoch unter Berufung auf US-Regierungskreise, Washington wolle in den kommenden Tagen Gegenvorschläge vorlegen.

Parallel dazu war Irans Außenminister Araghchi in der Region unterwegs. Nach Stationen in Pakistan und Oman traf er am Montag in St. Petersburg den russischen Präsidenten Putin, der eine Botschaft von Revolutionsführer Khamenei entgegennahm und Unterstützung für Teheran signalisierte. Beobachter zweifeln jedoch daran, ob die Diplomatenoffensive tatsächlich neuen Spielraum schafft. Irans Reformblatt Shargh schrieb am Montag offen von einer Sackgasse in den Gesprächen mit Washington.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das den Markt zunehmend beschäftigt. Seit der US-Seeblockade sind die iranischen Ölexporte eingebrochen. Die freien Lagerkapazitäten im Land sollen nach Einschätzung von Analysten der Datenanalysefirma Kpler nur noch für wenige Wochen reichen. Hält der Druck an, könnte der Iran gezwungen sein, seine Förderung weiter zu drosseln. Die finanziellen Folgen für Teheran treffen allerdings mit Verzögerung ein, weil Lieferungen und Zahlungszyklen im Ölhandel lange Laufzeiten haben. Das gibt dem Regime noch etwas Zeit, aber diese Zeit wird knapper.

Irans Parlamentspräsident Qalibaf versuchte derweil, Stärke zu demonstrieren. Er argumentierte öffentlich, Teheran habe noch nicht alle Karten ausgespielt, während Washington bereits mehrere seiner Karten verbraucht habe. Ob dieses Kalkül trägt, bleibt offen. Fest steht: Solange die Meerenge gesperrt bleibt und die Gespräche stocken, bleibt auch der Ölmarkt angespannt. Dass die Heizölpreise heute Morgen dennoch nachgeben, liegt an zwei gegenläufigen Bewegungen: Gasoil, das für die europäische Heizölpreisbildung entscheidende Produkt, gibt im frühen Handel nach, und der Euro hat gegenüber dem US-Dollar etwas zugelegt. Beides zusammen federt den Rohölpreisanstieg beim Verbraucher vorerst ab.

Wer in den vergangenen Wochen auf einen klaren Preisrückgang gehofft hat, findet heute Morgen einen der günstigeren Momente der vergangenen Wochen. Die Heizölpreise im DACH-Raum sind seit den Spitzenwerten Anfang April erkennbar zurückgekommen, die Charts zeigen eine gewisse Entspannung, auch wenn das Niveau verglichen mit der Zeit vor der Krise nach wie vor hoch ist. Dennoch ist neben der hohen Schwankungsanfälligkeit eine gewisse Sättigung eingetreten. Seit letzter Woche drehen die Heizölpreise seitwärts, was den Heizölkauf berechenbarer macht.

In Deutschland liegt der Durchschnittspreis heute bei rund 1,32 Euro je Liter, in Österreich bei etwa 1,64 Euro je Liter, in der Schweiz bei rund 1,35 Schweizer Franken je Liter. Wer seinen Tank noch nicht aufgefüllt hat, findet im aktuellen Preisfenster eine vertretbare Gelegenheit, solange die Lage am Golf so unberechenbar bleibt wie heute.

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