Ölpreise katapultieren sich auf Kriegshoch

30.04.26 • 10:07 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Der Mittwoch endete mit einem deutlichen Preissprung am Ölmarkt, und der findet am Donnerstagmorgen noch kein Ende. Die eh schon festgefahrene Lage am Persischen Golf wurde noch durch die Meldung getoppt, wonach Trump heute vom Militärkommando über neue Optionen für Angriffe auf den Iran unterrichtet werden soll. Die Ölbullen brachen aus und zogen Brent zeitweise auf über 126 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit 2022. Im Gepäck die Heizölpreise im Inland, die bereits im gestrigen Tagesverlauf nordwärts zogen und aus ihrer Seitwärtsbewegung ausbrachen. Durchschnittlich fünf Cent bzw. Rappen je Liter kostet Heizöl am Morgen mehr.

Manchmal braucht ein Markt nur wenige Zeilen, um die Richtung zu wechseln. Am späten Mittwochabend lieferte das US-Nachrichtenportal Axios genau das: Das US-Zentralkommando habe einen Plan für eine kurze, aber intensive Angriffswelle auf den Iran ausgearbeitet, Trump solle heute darüber informiert werden. Zusätzlich stehe eine Militäroperation zur Kontrolle der Straße von Hormus im Raum, möglicherweise unter Einsatz von Bodentruppen, sowie ein Spezialeinsatz zur Sicherung des iranischen Vorrats an hoch angereichertem Uran. Die Ölpreise reagierten scharf. Die Nordseesorte Brent stieg bis auf über 126 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Ölsorte WTI auf über 109 US-Dollar, der höchste Stand seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022.

Trump ließ keinen Zweifel daran, wie er den Konflikt weiterführen will. Er bezeichnete die Seeblockade wirkungsvoller als Luftangriffe. Auf Truth Social wurde er deutlicher: Der Iran solle sich besser bald klug machen, wenn es um einen Atomdeal gehe. Nach einem Telefonat mit Putin deutete Trump an, Moskau könnte als Vermittler einspringen und sich um Irans Bestände an angereichertem Uran kümmern, deren Abgabe Washington zur Bedingung macht.

Die Revolutionsgarden bewerteten die Blockade als gescheitert und sehen Teheran als Zentrum einer Gegenkoalition. Hinter dieser Fassade wächst jedoch der wirtschaftliche Druck. Der iranische Rial ist auf einen historischen Tiefststand von rund 1,8 Millionen Rial je US-Dollar gefallen. Die Regierung hat erneut Mittel aus dem Nationalen Entwicklungsfonds freigegeben, diesmal eine Milliarde US-Dollar für den Import von Grundnahrungsmitteln wie Zucker, Reis und Fleisch. Es ist das zweite Mal binnen zwei Jahren, dass Teheran auf diese Reserve zurückgreift. Wie teuer der Konflikt die andere Seite kommt, machte das Pentagon deutlich: Der Krieg hat die USA bislang rund 25 Milliarden US-Dollar gekostet, der Großteil davon für Munition.

Zudem will die OPEC+ am Sonntag eine moderate Förderanhebung um rund 188.000 Barrel täglich beschließen, doch Analysten sehen darin bestenfalls ein Symbol. Die Golfproduzenten können unter den aktuellen Bedingungen kaum mehr exportieren als bisher, und bis zum Vorkriegsniveau werden vermutlich Monate vergehen. Rückenwind von der Nachfrageseite lieferten gestern die US-Bestandsdaten des Energieministeriums: Die Lagerbestände bei Benzin und Destillaten fielen deutlicher als erwartet, ein weiteres Zeichen dafür, dass das globale Angebot knapper wird, während die Nachfrage stabil bleibt.

Die Heizölpreise in Deutschland machen sich mit der jüngsten Teuerung wieder auf in Richtung Aprilhoch. Ob sie dort ankommen, hängt stark davon ab, ob Washington die militärische Gangart tatsächlich verschärft. Mit aktuell rund 1,37 Euro je Liter ist bis zum bisherigen Höchststand von 1,57 Euro noch Spielraum nach oben. Starke Preisbewegungen innerhalb kürzester Zeit sind seit März allerdings auch keine Unbekannte mehr. Die Achterbahnfahrt hat ihre nächste Runde begonnen und der Spekulationsraum ist wieder groß.

Auch in Österreich und der Schweiz zeigen die Charts wieder nach oben. In Österreich liegt der Durchschnittspreis heute bei rund 1,63 Euro je Liter, in der Schweiz bei rund 1,39 Schweizer Franken je Liter. Beide Märkte hatten sich zuletzt merklich beruhigt, doch die Ruhe war von kurzer Dauer.

Für Verbraucher mit knappem Tankinhalt stellt sich die Lage nüchtern dar. Die Preise bewegen sich in die falsche Richtung, und greifbare Gründe für eine baldige Umkehr sind derzeit nicht erkennbar. Letztendlich ist es der eigene Tankstand, der vorgibt, was zu tun ist. Wer noch Spielraum hat, sollte die weitere Entwicklung am Golf genau beobachten. Eskaliert die Lage, dürften neue Höchstpunkte nicht lange auf sich warten lassen. Wer keinen Spielraum mehr hat, sollte nicht zu lange zögern.

HeizOel24-Tipp: Wer in der aktuellen Situation Heizöl kaufen muss, braucht eine klare Vorstellung davon, zu welchem Preis er spätestens handeln will. Der Preisalarm von HeizOel24 hilft dabei: Einfach den eigenen Zielpreis eintragen und sich benachrichtigen lassen, sobald Heizöl in der Region diesen Wert erreicht. HeizOel24

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Oliver Klapschus
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