Heizölpreise erreichen Elf-Wochen-Tief

22.05.26 • 10:08 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise sind am Donnerstag insgesamt mit einem Minus aus dem Handel gegangen, obwohl widersprüchliche Meldungen aus den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran die Notierungen immer wieder auf Trab hielten. Die Abwärtsbewegung nimmt die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz an die Hand und führt diese erleichtert aus der Woche. Am Morgen können Verbraucher mit Abschlägen von durchschnittlich einem Cent bzw. Rappen je Liter rechnen.

Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben und starten auch heute Morgen etwas leichter in den Handel. Brent notiert bei 104,65 US-Dollar je Barrel, Gasöl bei 1.122,25 US-Dollar je Tonne. Der gestrige Handelstag verlief etwas volatiler, weil sich positive und negative Meldungen aus dem Persischen Golf abwechselten und die Preise zeitweise in beide Richtungen zogen. Am Ende überzeugten die Ölbären und schickten die Ölpreise auf neue Tagestiefs.

Auf der einen Seite kamen Meldungen, die auf eine gewisse Entspannung der Versorgungslage am Ölmarkt hindeuteten. Norwegen förderte im April deutlich mehr Öl als geplant, und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten Fortschritte beim Bau einer Pipeline, die die Straße von Hormus künftig umgehen soll. Irans Nachrichtenagentur ISNA berichtete zudem, Teheran arbeite an einer Antwort auf einen amerikanischen Verhandlungsvorschlag, der die Differenzen zwischen beiden Seiten teilweise verringert habe. US-Außenminister Rubio sprach von positiven Zeichen.

Auf der anderen Seite bleiben die entscheidenden Streitpunkte offen. Irans Oberster Führer Chamenei soll angeordnet haben, dass die iranischen Uranbestände nicht ins Ausland transferiert werden. Genau das, was Washington als zentrale Bedingung für ein Abkommen fordert. Trump lehnte auch die Pläne des Irans ab, ein Mautsystem für die Durchfahrt durch Hormus einzuführen. Rubio machte deutlich, dass ein solches System ein Abkommen undenkbar machen würde. Irans Außenministeriumssprecher Baghaei betonte seinerseits, Drohungen und Ultimaten hätten auf Teherans Entscheidungen keinen Einfluss. Zusätzlich gab der staatliche Ölkonzern der Vereinigten Arabischen Emirate, ADNOC, eine Einschätzung ab, die wenig Optimismus verbreitete: Die eingeschränkten Lieferungen durch Hormus könnten noch bis 2027 andauern.

Stützend wirkte zudem, dass die Ukraine ihre Angriffe auf russische Energie- und Rüstungsinfrastruktur zuletzt spürbar intensiviert hat. Allein in der vergangenen Woche wurden mehrere Anlagen getroffen, darunter eine russische Chemiefabrik zum zweiten Mal binnen weniger Tage. Parallel dazu will der ukrainische Präsident Selenskyj heute mit Bundeskanzler Merz, dem französischen Präsidenten Macron und dem britischen Premier Starmer über den stockenden Friedensprozess beraten.

In Deutschland kostet Heizöl heute im bundesweiten Durchschnitt rund 1,22 Euro je Liter, der niedrigste Stand seit elf Wochen. Wer den April noch vor Augen hat, erinnert sich an Preise von teils über 1,50 Euro. Seither ging es kontinuierlich nach unten. Wer jetzt bestellt, zahlt um die 30 Cent je Liter weniger als zu den Preisspitzen im Vormonat.

In Österreich liegt der Preis bei ca.1,55 Euro je Liter, in der Schweiz bei knapp 1,22 Franken. Damit haben sich die Heizölpreise vom April-Hoch spürbar entfernt und nähern sich dem nächsten Ziel: einem Dreimonatstief. Wer seinen Tank bald auffüllen muss, kauft zumindest auf einem Niveau, das seit Wochen nicht mehr da war.

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