Angriffspause schickt Öl- und Heizölpreise nach unten

09.06.26 • 11:40 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Nach dem turbulenten Wochenstart kommt der Ölmarkt am Dienstagmorgen etwas zur Ruhe. Die Notierungen geben nach, nachdem sich die direkte Konfrontation zwischen Israel und Iran vorerst gelegt hat. Brent rutscht wieder unter die Marke von 93 US-Dollar und auch Heizöl wird wieder günstiger. Und das nicht zu knapp. Bis zu vier Cent bzw. Rappen je Liter geht es vielerorts runter.

Dabei hatte die Woche zunächst mit Druck nach oben begonnen. Neue Angriffe zwischen Israel und Iran hatten die Preise angeschoben und die Risikoprämie aufgebläht. Als der Iran dann signalisierte, seine militärischen Aktionen gegen Israel einzustellen, solange der Libanon nicht weiter angegriffen werde, kamen die Ölpreise deutlich wieder zurück von ihren Höhenflügen.

Ganz sauber ist die Lage damit aber nicht. In Washington wird weiter an einer Einigung gearbeitet, gleichzeitig zeigt sich, wie begrenzt der Einfluss tatsächlich ist. Donald Trump betonte zwar, er habe Netanjahu zu Zurückhaltung aufgefordert, dennoch verfolgen die USA und Israel scheinbar ganz eigene Interessen. Während Trump um ein Abkommen mit dem Iran ringt, um wieder mehr Ruhe in die Region zu bekommen. Und nicht zuletzt, um die wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen. Dagegen will Israels Premier Benjamin Netanjahu verhindern, dass am Ende ein Abkommen entsteht, das aus israelischer Sicht die Sicherheitsrisiken nur aufschiebt. Entsprechend behält sich Jerusalem weitere militärische Schritte vor und setzt darauf, den Druck auf Teheran aufrechtzuerhalten.

Von Entspannung zu sprechen, wäre aus jetziger Sicht übermotiviert. Von einer echten Waffenruhe kann ohnehin keine Rede sein. Die Angriffe der vergangenen Tage zeigen, wie schnell die Lage wieder kippt. Auch auf See bleibt die Situation angespannt. Die Straße von Hormus ist durch die Blockade von iranischer und amerikanischer Seite weiterhin stark eingeschränkt. Immer wieder geraten Schiffe ins Visier. Erst gestern griff das US-Militär im Golf von Oman ein und setzte einen Tanker außer Gefecht, nachdem dieser trotz Warnungen Kurs auf einen iranischen Hafen genommen hatte.

Damit bleibt die Richtung weiter offen, denn eine Einigung ist nach wie vor nicht in Sicht. Sollten sich auch die USA und Israel weiter auseinanderentwickeln, dürfte sich die Lage zusätzlich verkomplizieren. Der Markt bleibt damit anfällig für neue Ausschläge, je nachdem, wie sich die nächsten Schritte auf politischer und militärischer Seite entwickeln.

Nach den Abschlägen an den Ölbörsen geben auch die Heizölpreise im Inland nach. In Deutschland liegt der Durchschnitt am Mittag bei gut 1,19 Euro je Liter. In Österreich bleibt das Niveau weitgehend stabil bei rund 1,45 Euro, während es in der Schweiz ebenfalls leicht nach unten geht auf etwa 1,19 Franken je Liter.

Damit baut sich ein Teil der Aufschläge vom Wochenanfang wieder ab, vollständig verschwunden sind sie aber noch nicht. Für eine typische Bestellung bleibt im Vergleich zur Vorwoche weiterhin ein kleiner Aufpreis stehen.

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