Öl- und Heizölpreise fester zum Wochenstart

10.08.26 • 12:07 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise sind mit spürbaren Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Über das Wochenende zerschlug sich die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus, weil der Iran seine Bedingungen für eine Freigabe der Meerenge nun klar benannt und hoch angesetzt hat. Ein neuer Angriff auf eine saudische Raffinerie verschärfte die Lage zusätzlich. Zum Wochenauftakt geht es mit den Heizölpreisen erstmal ein Stück nach oben.

An den Börsen zeigen sich die Notierungen zum Wochenauftakt kräftig erholt. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 84,66 US-Dollar je Barrel und nähert sich damit wieder der Marke von 85 US-Dollar. Die US-Sorte WTI klettert auf 79,19 US-Dollar. Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE, an dem der Heizölpreis hängt, legt deutlich auf 1.221,50 US-Dollar je Tonne zu. Die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus ist der Realität gewichen, nachdem die Ölpreise in der Vorwoche noch um mehr als sieben Prozent nachgegeben hatten.

In der Vorwoche hatten zügige Fortschritte zwischen dem Iran und dem Oman neue Hoffnungen auf Entspannung am Persischen Golf geschürt. Aus den Gesprächen sind allerdings auch die Bedingungen Teherans hervorgetreten und veröffentlicht worden. Sechs sind es an der Zahl, die an die USA gerichtet sind. Dazu gehören die Einstellung der US-Angriffe, der militärische Abzug der US-Truppen, die Beendigung des Krieges, die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran, Entschädigungen für Kriegsschäden sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Solange die USA diese Forderungen nicht erfüllen, werde der Iran die Meerenge nicht freigeben.

US-Präsident Donald Trump gab sich betont gelassen. Gegenüber dem Nachrichtenportal Axios verglich er die Diplomatie mit einer Schachpartie und erklärte, Washington verhandle vorerst nur zurückhaltend mit Teheran. Statt einer neuen Militäroperation wolle er den Iran vor allem wirtschaftlich unter Druck setzen, wo hohe Inflation und Geldmangel das Land ohnehin belasteten. Es wird also gewartet, anstatt gehandelt.

Für zusätzlichen Druck sorgte ein neuer Angriff der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz aus dem Jemen. Am Wochenende traf eine Drohne eine Raffinerie des saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco im Südwesten des Landes, wo ein Brand ausbrach, der gelöscht werden konnte. Die Anlage war bereits im Juli Ziel eines solchen Angriffs. Solange die Risiken für die Ölanlagen und die Schifffahrt am Persischen Golf bestehen, bleibt ein Aufschlag in den Preisen eingebaut.

Für Verbraucher zeichnen sich am Montag erneut Aufschläge bei den Inlandspreisen ab. Im Durchschnitt sind es etwa 1,5 Cent je Liter in Deutschland. Das bundesweite Mittel je Liter beläuft sich am Mittag bei 1,28 Euro. Der mittlerweile fünf Monaten anhaltende Iran-Krieg mit all seinen Auswirkungen hat den Preis für Heizöl über 30 Prozent teurer werden lassen. Dazu kommen die Sorgen um das Niedrigwasser in den Flüssen, die den Frachtverkehr weiter einschränken. Einige Bundesländer haben sich jetzt für eine Aussetzung des Fahrverbots für LKW an Sonn- und Feiertagen entschieden, um die Lieferketten aufrechtzuerhalten. Dazu zählen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Niedersachsen.

In Österreich bewegt sich der Preis kaum gegenüber Freitag. Der Liter liegt im Schnitt bei 1,56 Euro und hält damit weiter Abstand zum Juli-Hoch. Die Heizölpreise in der Schweiz ziehen um etwa 1,5 Rappen je Liter an und heben den Heizölpreis auf durchschnittlich1,37 Franken je Liter.

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