Starker Euro und gute US-Bestände - Heizölpreis erfährt weitere Entlastung

20.01.12 • 09:38 Uhr • HeizOel24 News

Am Ölmarkt hat sich seit gestern wenig getan, die US-Lagerbestandsdaten waren neutral zu bewerten und sorgten gestern Abend nur vorübergehend für Abgabedruck am Ölmarkt. Über Nacht, im asiatischen Handel konnten sich die Notierungen wieder auf das Niveau von gestern Vormittag steigern. Ein Barrel Nordseeöl (Brent Crude) kostet aktuell 111,90 $ und die Tonne Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) wird in London mit 948 $ gehandelt.

Im Einzelnen fielen die gestrigen Bestandsdaten des Departments of Energy (DOE) wie folgt aus:

  • Rohöl: hoher Abbau (- 3,4 Mio Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): geringer Aufbau (+ 0,4 Mio Barrel)
  • Benzin: hoher Aufbau (+ 3,7 Mio Barrel)

Trotz deutlicher Rückgänge bei den Rohölbeständen ergab sich durch die Lagerbestandszuwächse im Mitteldestillatsbereich (Heizöl, Diesel, Kerosin) und vor allem beim Benzin der vierte Mengenzuwachs in Folge. Auch wenn die Gesamtvorräte mit 1,1, Mio. Barrel weniger stark steigen als in den drei Vorwochen, ist von einer komfortablen Versorgungslage auszugehen, die eher preisdämpfend auf den Ölsektor wirkt. Seit Weihnachten haben sich die US-Lagerbestände in der DOE-Version um gut 25 Mio. Barrel erhöht. Laut API sind es 18 Mio. Barrel.

Dass sich die Ölpreise (in Dollar gerechnet) über Nacht erholen konnten liegt nicht unwesentlich am Kurs des Euros, der in dieser Woche einen kleinen Höhenflug erlebte. Durch steigende Hoffnungen auf eine Beilegung der europäischen Schuldenkrise und positive Meldungen aus dem Bankensektor kletterte die Gemeinschaftswährung seit ihrem Tiefstand am Montag um knapp 3 % und kratzt nun an der Marke von 1,30 US-Dollar.

Der Euro brachte in dieser Woche den maßgeblichen Beitrag zum Rückgang der Heizölpreise. Seit Dienstag sind die Heizölpreise in Deutschland und Österreich um rund 2 Cent je Liter gefallen. In der Schweiz sehen wir Rückgänge um den entsprechenden Franken-Betrag.

Die Preisspitze, die sich in den ersten beiden Wochen des Jahres 2012 aufgebaut hat, ist nun nahezu abgebaut. Das Thema Iran ist deutlich in den Hintergrund getreten und hat dadurch Auftriebskräfte aus dem Markt genommen. Wie es in der nächsten Woche weiter geht mit den Heizölpreisen wird entscheidend vom Eurokurs abhängen. Die Aktienbörsen haben sich überraschend positiv entwickelt und stützen damit auch den Ölsektor. Eine Korrekturbewegung könnte folglich auch die Ölpreise belasten. Die US-Bestandsdaten stehen einem Preisrückgang am Ölmarkt zumindest nicht im Wege. Negative Überraschungen drohen für den Fall, dass der Iran-Konflikt erneut Schlagzeilen macht. In jedem Fall bleibt die Marktlage beim Heizöl spannen und ist nicht mehr ganz so bullish, wie zu Jahresbeginn einzuschätzen. Insbesondere dann, wenn es mild bleibt – die Langzeitwetterprognosen sind weiter nicht eindeutig – bleiben die Heizölpreise ausschließlich weltmarktgetrieben. Die aktuellen Lieferfristen sind kurz und die Kalkulationen der Händler am untersten Ende der möglichen Spanne. Während die Alpen im Schnee versinken hat der bisherige Winter 2011/2012 im Flachland den Namen nicht verdient. Das Streusalz bleibt in den Depots, der Heizölnotdienst fällt aus.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 111,90 $, Gasöl ca. 948 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,20 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,297 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

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