Ölpreis rutscht ab - Heizölnachfrage weiter oben auf

12.09.19 • 11:26 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Fallende Ölpreise am Weltmarkt eröffnen heute beträchtlichen Abwärtsspielraum für die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Kunden können mit Abschlägen von bis zu einem Cent bzw. Rappen je Liter rechnen. Die ohnehin hohe Nachfrage zieht weiter an. Der Aufwärtstrend der letzten Tage ist intakt, erfährt aber einen deutlichen Rücksetzer.

Die Ölpreise an den internationalen Börsen rutschenten gestern im späten Handel unvermittelt ab. Zeitlich gesehen liegt es zunächst nahe, den Grund in den aktuellen US-Lagerbestandsdaten zu suchen, die wie jeden Mittwoch um 16:30 Uhr MESZ veröffentlicht wurden. Inhaltlich offenbarten diese aber neuerlich einen hohen Rückgang der vorgehaltenen Rohölkontingente und taugten von daher nicht, um einen Preisrückgang zu initiieren. Vielmehr erklärt sich der plötzliche Preisrutsch mit einem Vorstoß von US-Präsident Trump, der im Nachhinein auch die Entlassung eines hochrangigen Sicherheitsberaters vom Dienstag erklärt. Trump stellt dem Iran eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht, um eine Wiederaufnahme der Gespräche im Atomstreit zu forcieren. Just in dem Moment, in dem sich die OPEC um eine zusätzliche Begrenzung der Förderung für 2020 bemüht, bedeutet das für den Ölmarkt, die konkrete Aussicht auf steigende Angebotsmengen.

Auch in den Handelsstreit zwischen den USA und China kommt offenbar Bewegung. Trump übt sich in diplomatischem Geschick und verschiebt die für den 1. Oktober angekündigten Strafzölle zunächst um zwei Wochen nach hinten. Neue Gespräche sollen folgen. Eine gütliche Einigung könnte die Konjunktursorgen mindern und die Nachfrageseite des globalen Ölmarkts stärken.

Mit Blick auf den heimischen Heizölmarkt hat die Bevorratung auch im September weiter Hochkonjunktur. Dies gilt insbesondere für den Onlinehandel. Hier lässt sich für die erste Septemberhälfte im Vorjahresvergleich erneut ein stattliches Absatzplus von rund 60% erkennen. Ähnliche Zuwachsraten lassen sich kurz vor Ende des dritten Quartals auch für das bisherige Gesamtjahr attestieren, womit die Online-Wachstumsrate mindestens doppelt so hoch ausfällt wie im konventionellen Heizölhandel. Das insgesamt ungewöhnlich starke Wachstum der Heizölnachfrage lässt sich auf Verschiebungseffekte zurückführen. Vorratskäufe, die sich 2018 vermeiden ließen, werden 2019 nachgeholt. Beginnend mit der zweiten Septemberhälfte werden weitere Vergleiche mit dem Vorjahr zugleich schwierig, denn der Problem-Herbst 2018 verzerrte mit einem plötzlichen starken Preisanstieg die Bestell- und Absatzstatistik. In Bezug auf die Jahre 2014 bis 2017 wird 2019 ein normales Heizöl-Jahr mit einem Gesamtabsatz von gut 16 Mio. Tonnen in Deutschland werden. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag der jährliche Verbrauch noch bei deutlich über 20 Mio. Tonnen. Der Rückgang von gut 20% lässt sich u.a. durch verbesserte Wärmedämmung, Heizungsmodernisierungen und bewussteres Heizverhalten erklären. - ok

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