Heizölmarkt: Auftragflaute nach Ausnahmejahr 2020

07.01.21 • 13:31 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise tendieren im Bereich ihres erreichten 10-Monats-Hochs seitwärts. Rohöl (Brent) kostet am Donnerstag unverändert 54 Dollar je Barrel, was dem höchsten Stand seit Ende Februar 2020 entspricht. Die Heizölpreise Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen sich entsprechend der geringen Weltmarktbewegung ebenfalls kaum verändert. Die Nachfrage bleibt äußerst schwach und erreichte in der ersten Januar-Woche kaum ein Drittel des Vorjahresniveaus.

Die Ölpreise am Weltmarkt legen nach dem jüngsten Teuerungsschub eine Verschnaufpause ein. Um den Barrelpreis weiter in Richtung 60 Dollar nach oben zu schrauben, fehlt es an neuen Impulsen. Die Ergebnisse des OPEC+-Meetings und der saudi-arabische Alleingang mit einer zusätzlichen Kürzung der Fördermengen im Februar und März um eine Million Barrel pro Tag, sind eingepreist. Das Ölpreisniveau erscheint angesichts der nach wie vor erschreckend hohen Corona-Zahlen rund um den Globus, ohnehin hoch und kann als großer Erfolg der Anbieter verbucht werden.

Speziell auf dem deutschen Markt hat der Handel weiter mit den erwarteten Verschiebungseffekten zu kämpfen. Nach dem teils enormen Kundenansturm im letzten Jahr, der zeitweise kaum zu bewältigen war, herrscht nun infolge der neuen CO2-Steuer ebbe in den Auftragsbüchern. Die Zahl der Neubestellungen ist in der ersten Januar-Woche um rund zwei Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Die Bestellmenge bricht noch stärker, um 75 Prozent ein. Hinzu kommt die allgemeine Teuerung am Ölmarkt, die die Heizölbestellung zusätzlich unattraktiv macht. Dass es sich dennoch um eine Steuereffekt handelt, lässt sich an den Zahlen aus Österreich und der Schweiz ablesen. Hier liegt der Nachfragerückgang – gemessen an den Zahlen von HeizOel24 – nur bei ca. 20 Prozent. Von Dauer dürfte dieser Erfolg der ökologischen Lenkungsabgabe dennoch nicht sein. Der Winter 2021 zeigt sich nasskalt und der erhöhte Heizölverbrauch dürfte sich spätestens in der zweiten Jahreshälfte in der Bestellaktivität niederschlagen. Insbesondere im vierten Quartal werden viele Verbraucher erneut volltanken, da zum 1.1.2022 die nächste Preisrunde ansteht. Der CO2-Preis steigt von 25 auf 30 Euro je Tonne. Umgerechnet auf den Liter Heizöl sind dies allerdings nur rund 1,5 Cent, was im Bereich einer normalen Tagespreisschwankung liegt.

Rückblickend auf 2020 lässt sich sagen, dass es auch am Heizölmarkt ein absolut außergewöhnliches Jahr war. Mit Heizölpreien von unter 40 Cent je Liter in Deutschland war es nicht nur verbreitet sehr günstig, sondern auch der zeitliche Verlauf der Preisentwicklung verdient Beachtung. Erstmals in der 18 Jahre zurückreichenden HeizOel24-Statistik der billigsten und teuersten Bestellmonate gab es die besten Konditionen, um Heizöl zu bestellen im September und Oktober. Die höchsten Preise waren im Januar und Februar zu verzeichnen – normalerweise ist es umgekehrt und die Empfehlung lautet, den Herbst beim Tanken zu vermeiden. Hier trifft eine hohe Inlandsnachfrage auf ungünstige saisonale Weltmarktfaktoren. Wer dem Gebot des antizyklischen Handelns folgt, hat normalerweise im Januar und Februar die besten Chancen, ein Schnäppchen zu machen. In dieser Hinsicht könnte 2021 wieder ein normales Jahr werden! - ok

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