Rohöl- und Ölproduktpreise entkoppeln sich

13.09.23 • 12:59 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise geben zum Handelsstart leicht nach. Getrieben durch gesunkene Ölproduktpreise, da der neuste US-amerikanische Konsumentenpreisindex stärker als erwartet stieg. Die Fed kommt damit wieder unter Zugzwang die Zinsen länger auf dem aktuellen Niveau zu halten und ggf. zu erhöhen, was die Nachfrage senkt. Dem gegenüber stehen Rohölpreiserhöhungen, da die OPEC die für das dritte Quartal erwartete Fördermenge voraussichtlich stark verfehlen wird und das Angebot damit unerwartet einschränkt.

ICE Gasoil war die letzten Tage für die starken Heizölpreisanstiege maßgeblich verantwortlich, startet heute allerdings mit 977 Dollar pro Tonne und damit wieder unterhalb der psychologisch wichtigen 1.000 Dollar Marke in den Handel. Zusätzlich konnte sich der Euro auf 1,074 Dollar kämpfen. Dem gegenüber stehen Gewinne und mittlere Aufwärtstendenzen der Rohölsorten Brent und WTI, welche derzeit mit 92 bzw. 89 Dollar gehandelt werden. Damit starten die Heizölpreise weicher in den Tag, tendenziell besteht allerdings Aufwärtspotential.

Der neuste US-amerikanische Konsumentenpreisindex (CPI) stellt die Preisentwicklung in den USA dar. Der neueste Wert ist der höchste Anstieg in den letzten 14 Monaten und erhöht den Druck auf die US-amerikanische Zentralbank (Fed) die Zinsen hochzuhalten. Hintergrund sind stark steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise. Die Kerninflation wiederum liegt weiterhin weit über dem zwei Prozent Ziel. Da die höchsten Kosten für die Haushalte in der Regel allerdings Energie, Nahrung und Miete sind und auch der Wohnungsmarkt noch angespannt ist, könnte die Fed zum Handeln gezwungen werden. Hohe Zinsen wirken sich negativ auf die Ölnachfrage aus und senken damit die Ölpreise.

Die Rohölpreise profitieren wiederum vom neusten OPEC-Bericht. Laut diesem will das Förderbündnis im dritten Quartal 2023 durchschnittlich 29,23 Mio. B/T fördern. Im Juli und August waren es allerdings nur 27,34 und 27,45 Mio. B/T. Erreicht werden kann das Ziel also nur, wenn im September 2023 rund 33 Mio. B/T gefördert werden. Nur Saudi-Arabien verfügt über nennenswerte Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Aufgrund der freiwilligen Förderkürzungen des Landes, die erst vor Kurzem bis Ende dieses Jahres verlängert wurden, ist dies unwahrscheinlich. Die Folge könnte eine massive Unterversorgung des Ölmarktes sein, welche in den nächsten Tagen eingepreist werden wird.

Deutsche Heizölinteressenten profitieren heute früh von den gefallenen Gasölpreisen und können 1,1 Cent pro Liter weniger einplanen. Auf der anderen Seite liegt der durchschnittliche Literpreis in allen Bundesländern außer Berlin und Bayern über 1,10 Euro pro Liter Heizöl. In der Schweiz stiegen die Preise wiederum leicht um 0,35 Rappen, während er in Österreich stagniert. Allerdings stieg der Preis in Österreich seit Sonntag um durchschnittlich 3,5 Cent pro Liter Heizöl. Der Gasölpreis schwankt heute Vormittag und trotz der leichten Abwärtstendenz klettert er immer wieder über die 980 Dollar Marke. Spannend wird der für heute Nachmittag erwartete Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE). Sollten in den USA die Ölbestände erneut gefallen sein, dürfte sich dies hierzulande preissteigernd auswirken. Auf der anderen Seite hatte der private Interessenverband API Aufbauten gemeldet. Sollte sich der API-Bericht bestätigen, könnte sich heute Abend schon eine Abwärtsbewegung an den Börsen andeuten. -fr-

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