Heizölpreis gibt nach: Deutschland unter einem Euro je Liter

11.03.24 • 13:00 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Öl- und Heizölpreise sind mit deutlichen Abschlägen in die neue Woche gestartet. Heizöl verbilligt sich am Montag besonders in Deutschland um bis zu 1,2 Cent je Liter. Was sich am Freitag bereits andeutete, ist damit Realität: Der bundesdeutsche Durchschnittspreis für eine 3.000-Liter-Partie Standard Heizöl ist erstmals seit Juli 2023 wieder unter die Marke von einem Euro je Liter gefallen. Das Kaufinteresse der Verbraucherschaft steigt in der Folge sprunghaft. In Österreich und der Schweiz fallen die Abschläge zunächst verhaltener aus und die Notierungen verbleiben mit 1,21 Euro bzw. 1,09 Franken je Liter im preislichen Niemandsland.

Mit einer schwachen Börsentendenz bei Rohöl und Gasöl und Rückenwind vom Euro, der weiterhin stabil bei 1,095 Dollar notiert, sind die Heizölpreise in der DACH-Region am Montag auf Südkurs. Der Preis für ein Barrel Norseeöl (Brent) ist am Montagvormittag leicht, auf 82 Dollar abgerutscht. US-Öl (WTI) folgt bei 78 Dollar je Barrel. Spannend wird es bei den Gasölpreisen, die sich im Vorfeld des morgigen Kontraktwechsels nach wie vor in einer deutlichen Backwardation Formation befinden. D.h. Gasöl (Raffinerieprodukt für Heizöl und Diesel) für spätere Liefermonate wird aktuell günstiger angeboten als zur prompten Verfügbarkeit. Konkret kostet eine Tonne Gasöl zur Lieferung im März aktuell 825 Dollar. Dieser Kontrakt hat morgen seinen letzten Handelstag an der Börse. Wer für den April vorbestellt bezahlt aktuell nur 803 Dollar und der Mai-Preis liegt heute bei 787 Dollar je Tonne. Daraus abzuleiten, dass Heizöl und Diesel in den kommenden Monaten kontinuierlich günstiger werden ist allerdings nur bedingt richtig, denn eine Backwardation-Konstellation bei Terminkontrakten deutet in erster Linie eine knappe Warenverfügbarkeit an. Wer das Öl sofort benötigt, zahlt hierfür einen Aufschlag und auch die Preise für die Folgemonate ziehen i.d.R. an, wenn sie im Kalender erreicht sind. Je nach Marktsituation kann die Stimmung allerdings auch kippen. Werden Rohstoffkontrakte mit späterem Lieferdaten teurer angeboten, so spricht man von Contango. Der eigentlich „normalen“ Terminmarktkurve, die sich u.a. mit Lagerkosten erklärt wird. Wer sich später beliefern lässt, zahlt seinem Vorlieferanten einen Aufschlag für das breithalte der Ware. Andersherum ausgedrückt kriegen spontane Käufer einen Rabatt. Dies kann so weit gehen, dass der Ölpreis ins Negative umschlägt, wie es zum Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 in Amerika zu beobachten war. Die Lager drohten überzulaufen und der Rohölpreis für WTI rutschte für wenige Stunden in den negativen Bereich. Der Käufer bekam zusätzlich zur Ware noch Geld dafür, dass es sie abnahm. Ein Phänomen, das in stürmischen Zeiten auch bei Windstrom zu beobachten ist.

Beim Heizöl sind Contango-Zeiten vorerst nicht absehbar – erstrecht keine extremen. Kunden müssen beim Schnäppchen-Potential kleine Brötchen backen. Der Weltmarkt macht wenig Hoffnung auf stark fallende Preise, da es der OPEC in den letzten Jahren gelungen ist, durch geschlossenes Auftreten wieder mehr Marktmacht zu gewinnen. Neben den Förderkürzungen des Ölkartells trägt auch die eingeschränkte Marktposition Russlands zu stabilen Ölpreisen bei. Hinzu kommen steigende Transportkosten im globalen Handel durch die anhaltenden Sicherheitsprobleme im roten Meer. Beim Heizöl war zuletzt der Staat Preistreiber Nummer Eins. Nach der drastischen Erhöhung der LKW-Maut und dem letzten Dreh an der CO2-Preisschraube zum Jahreswechsel gehen nun fast 40 Prozent des Heizölpreises direkt an den Fiskus.

Die Frühjahrs-Aussichten für Heizölkunden sind dennoch günstig. Mit dem heutigen Fall des bundesdeutschen Durchschnittspreises unter einen Euro je Liter ist Heizöl so günstig, wie zuletzt im Sommer 2023. Das nächste Spekulationsziel für Schnäppchenjäger lautet 90 Cent. Der Winter war mild und die Reichweite vieler Kunden hat sich deutlich verlängert. Im Heizölhandel sorgt dies für einen anhaltend hohen Wettbewerb, der sich zum Ende der Heizperiode noch verschärfen dürfte. -ok-

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