Heizöl: Erst Rekordnachfrage, jetzt Preisplus

10.04.25 • 10:51 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise ziehen nach ihrem Schluckauf an den Börsen wieder nach unten. Brent fällt am Donnerstagmorgen unter die 64 US-Dollar Marke. Der Effekt der jüngsten Börsenerholung, die durch Trumps überraschende Ankündigung einer Zollpause eintrat, wirkt allerdings nach. Die Heizölpreise im Inland ziehen heute spürbar an – im bundesweiten Durchschnitt um mehr als drei Prozent. Das gestrige Langzeittief führte zu einem neuen Nachfragehoch.

Die internationalen Ölmärkte haben turbulente Tage hinter sich. Nach einem dramatischen Preissturz auf Vierjahrestiefs zu Wochenbeginn, befeuert durch die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China, erholten sich die Preise zur Wochenmitte kurzzeitig bevor neue Unsicherheiten wieder für Rücksetzer sorgten. Brent-Rohöl fiel zeitweise unter die Marke von 60 US-Dollar pro Barrel, WTI sackte sogar auf rund 55 US-Dollar ab. Erst am späten Mittwochabend sorgte eine überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump für Auftrieb: Eine 90-tägige Aussetzung der neu eingeführten Zölle, allerdings mit einer bedeutenden Ausnahme – China. Für den wichtigsten globalen Ölimporteur verschärfte Washington die Strafzölle sogar auf 125 Prozent. Peking konterte umgehend mit eigenen Gegenzöllen auf US-Güter in Höhe von 84 Prozent.

Die Preisbewegungen an den Ölbörsen zeigten sich entsprechend nervös. Nach der Ankündigung der Zollpause kletterte Brent gestern wieder auf über 64 US-Dollar, WTI legte auf rund 62 US-Dollar zu. Zugleich belasten schwächere Konjunkturdaten aus China zusätzlich die Nachfrageperspektive. Die jüngsten Inflationszahlen deuten auf eine abkühlende Wirtschaft hin, was auch die Ölimporte dämpfen dürfte. Hinzu kommen gestiegene US-Rohöllagerbestände sowie ein Anstieg der Fördermengen innerhalb der OPEC+, die zusätzlichen Preisdruck erzeugen. Angesichts dieser Gemengelage dominieren derzeit nicht die klassischen fundamentalen Marktfaktoren, sondern geopolitische Entwicklungen und politische Statements. Die Börsen bleiben entsprechend volatil und ein nachhaltiger Preistrend lässt weiter auf sich warten.

Der Heizölpreis in Deutschland ist zuletzt regelrecht eingebrochen: Mit knapp 88 Cent je Liter fiel der Preis im bundesweiten Durchschnitt zur Wochenmitte auf ein Niveau, das zuletzt im Mai 2023 erreicht worden war. Auslöser waren enorme Preisrückgänge an den internationalen Rohölmärkten. Die Reaktion der Verbraucher folgte prompt: Die Nachfrage stieg gestern massiv an und erreichte ein neues Rekordhoch. Und das im richtigen Moment. Denn heute Morgen setzte am Inlandsmarkt eine spürbare Gegenbewegung ein: Die Heizölpreise legten um über drei Prozent zu – ein Effekt der gestrigen Erholung an den Ölbörsen, nachdem US-Präsident Trump überraschend eine 90-tägige Aussetzung der jüngst verhängten Zölle ankündigte.

Die Preisentwicklung im April gleicht dem sprichwörtlichen Aprilwetter: Zwischen 94 und 88 Cent war alles dabei und das innerhalb weniger Tage. Ob der jüngste Anstieg nun den Beginn einer stabileren Aufwärtsbewegung markiert oder nur ein kurzes Zwischenhoch bleibt, ist angesichts der weiterhin angespannten Lage an den Energiemärkten völlig offen. Fest steht: Wer durchhält und auf die nächste Preisrutsche spekuliert, sollte die Märkte jetzt genau im Blick behalten. Denn mit Donald Trump ist eins sicher – der nächste Zollhammer kommt bestimmt.

HeizOel24-Tipp: Heute rauf, gestern runter – der Heizölkauf bleibt ein Spiel auf Zeit. Wer das nächste Tief nicht verpassen will, sollte jetzt den Preis im Blick behalten: Preisalarm setzen, Newsletter abonnieren, Anbieter vergleichen und im richtigen Moment zuschlagen. HeizOel24 10.04.2025

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